Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
422
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Bruſt zu bringen. Nein nein die Rache ſtähle mich ihr will ich leben!! Seinen Spott und Hohn, den er heute auf mich geſchleudert, ſoll ich ertragen? Hölle und Teufel nimmermehr nimmermehr!

Der alte Duhnke, der nicht den Ball mitge⸗ macht, ſtand in der Hausthüre.

Er blieb lange, dachte er, als er Knels kom⸗ men ſah,es iſt eine Verſöhnung erfolgt.

Wo ſteckteſt Du, mein Junge? fragte ſchaute in das bleiche, ſchmerzvoll verſtörte ſeines Sohnes.

Knels antwortete nicht und ging in die Stube. Der alte Vater ſchüttelte beſorgt das graue Haupt, denn er ſah eine große Thräne in dem Auge ſeines Kindes.

Muß ihn auf andere Gedanken bringen ach, die unüberlegende Jugend nimmt ſich eine ſolche Lie⸗ belei allzuſehr auf's Herz, denkt er bei ſich; dann aber beſinnt er ſich eine Weile, und ſpricht:Corne⸗ lins, heute iſt Schaſchwind im Nordweſt.

Hört Cornelius nichts oder will er nichts hören noch immer ſitzt er auf der Ofenbank und ſtarrt vor ſich nieder.

Cornelius, beginnt der Alte auf's Neue,Cor nelius, heute iſt Schaſchwind willſt Du nicht hinaus?

Cornelius ſpringt ſchnell auf, bekleidet ſich mit ſeinem Cuiraß, nimmt den Käſcher und eilt zum Hauſe hinaus.

Die Sache iſt vorbei, murmelt der Alte,ſcha⸗ det nichts kann ſich eine Andere ſuchen!

Iſt's der Donner der Schlacht, der Donner der Geſchütze, der durch die Dünen tönt? Es rauſcht und heult durch die Luft und peitſcht den Giſcht des Meeres hoch empor auf den Strand. Himmel und Meer verſchwimmt eine helle Linie ſondert die Luft vom Waſſer. Auf den hohen Wellenköpfen bil⸗ den ſich weiße Schaumeinfaſſungen, welche verrau⸗ ſchen, wenn ſich neue Wogen erheben. Flockenförmige, geſpenſterhafte Dunſtmaſſen hatten ſich auf die Wo⸗ genſpitzen geſenkt, welche ſich mit dem Dampf und Nebel des Meeres vereinigten.

Was beginnen die unerſchrockenen Männer am Strande? In der Hand halten ſie einen kleinen

er und Geſicht

Novellen⸗Zeitung.

werfen, auch dorthin, wo ſie dunkler gefärbt ſind, richten die Männer ihre Schritte und greifen mit dem Käſcher tief ins Waſſer. Mitunter thun ſie's nur ein Mal, mitunter öfter, bis das Netz voll iſt; dann eilen ſie an die Ufer, ſchütteln das Geröll aus und ſammeln die darin befindlichen Bernſteinſtücke. Iſt's Glück gut, bringt ein Zug reichen Gewinn bisweilen kommt's aber auch vor, daß lange Mühe keinen Lohn trägt.

Findet der Fiſcher auf einer Stelle Bernſtein,

ſchweigt er und macht es nicht auffällig, ſonſt laufen

alle dorthin und nicht ſelten entſteht dann im Waſſer eine Rauferei. Wohl zwanzig Männer befinden ſich in der See. Das laute Freudengeſchrei verkündet die reiche Beute, den ergiebigen Fang.

Das iſt das Bernſteinfiſchen.

Abgeſondert von Allen käſchert ein Mann. Sein Geſicht iſt verzerrt, ſeine Augen liegen tief in den Höhlen. Er ſcheint verwegener und kühner als Alle und ſteht faſt bis an die Bruſt im Waſſer. Eben rauſcht eine Woge über ihn hinweg er ſcheint fühllos. Eine zweite, viel größere Woge ſtürmt heran. Mag ſie kommen und mich unter ihren Fluthen be⸗ graben, die See iſt oft des Bernſteinfiſchers Grab, murmelt er vor ſich her.

Den Käſcher beugt er nieder die Welle brauſt heran, überſchüttet und begräbt ihn nein, nein, ſie rollt über ihn hinweg ein Wunder er⸗

ſchwer hängt ſein Netz hernieder.

O Schickſal, ſegneſt Du mich in ſo ernſter Stunde? ruft er, als er den Käſcher leert;Himmel er iſt voller Schaſch hundert Thaler an Werth!

Was nutzte das Knels Duhnke? (Schluß folgt.)

Süßes Bedürfniß.

Von Ernſt Streben.

*

Wenn Stille um mich waltet und ganz ich bin allein, Dann muß ich leiſe ſingen und ſummen in mich hinein; Dann kommt ein ſüß Genießen

Käſcher, um damit ins Waſſer zu ſchreiten, wenn es emporrollt an die Ufer. Oft ſtehen ſie bis an den Gür⸗

tel im Meere, oft überſchüttet ſie eine rieſige Sturz⸗

welle aber feſten Muthes harren ſie aus, wie ein Fels im Ungewitter, und trotzen kühn dem Elemente.

*) Zwiſchen Meergeröll, Seegras und Tang befindet ſich der Bernſtein, menn die See rollt.

Wo die Wogen Meergeröll*) und Seetang aus⸗

Der alten ſchönen Zeit, Wo ineinander fließen Zur Wehmuth Freud' und Leid.

und wenn ich Dein gedenke, o Du Geliebte mein!

Wie wonnig muß ich ſingen und ſummen in mich hinein! 1 Dann kann ich kaum mich halten V Vor lauter Lieb' und Glück,

.

hielt ſein Leben. Nun ſchreitet er langſam zum Ufer

Und wenn

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Und regt Dann he⸗

Und iſt!

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