420 Novellen
les zu ſchaffen, und mit Dir mich zu vereinen, iſt der innige Wunſch meiner Seele.“
„Sonntag beſtelle ich das Aufgebot.“
„Mir iſt's wohl recht.———
Indem war das glückliche Paar bis in den Wald und das für ſie erinnerungsreiche Plätzchen gekom⸗ men. Dunkle Nacht umfing ſie— kaum ließen ſich die einzelnen Baumſtämme erkennen. Erdmuthe ſtand ſtille und flüſterte:„Hier iſt's, Knels— hier iſt's!“
„O Moth, angebetete Moth!“ rief Cornelius.
Zärtlich umſchlang ſich das Liebespaar; dann begann Knels auf's Neue:„So laſſe uns im Ange⸗ ſicht Gottes den Bund erneuern, der uns ſo glücklich macht. Dein im Leben— im Tode! Hoſffentlich werden wir recht glücklich ſein. Ich kann's Dir ſa⸗ gen: als heute mein Vater mir's erzählte, wollte ich mich von Dir trennen.“.
„Trennen?“— erwiderte die Jungfrau bebend. „Trennen? O, dann möchte ich lieber ſterben. Konn⸗ teſt Du von mir Böſes glauben?“
„Das nicht— aber—“
„O, ſage Geliebter!“
„Ich hatte ſo meine Gedanken. Der Jäger iſt ein ſchöner Mann. Was kann ich Dir bieten— ich, ein armer Fiſcher!“
„Knels, verkenne mich nicht. Zwiſchen uns ſoll ſich kein Unfriede ſchieben— für mich biſt Du der
Schönſte— Beſte! Hier— o höre mich, Angebete⸗
ter— ſchwöre ich im Angeſichte Gottes, der mein Herz kennt, daß ich nie eine Untreue gegen Dich be⸗ gangen.“——
Da war's, als würde es hell im Walde— es folgte ein Knall— und an Knels' Stirne ſauſte eine Büchſenkugel vorüber.
„Was war das, Knels?“
„Ein Schuß, Moth, der mir galt.“
„Um's Himmelswillen!“—
„Das war Lebrecht's Kugel.“————
Seht in den Wald, ſchleicht dort nicht der wilde Jäger umher?——
Vorſichtig wie eine Schlange gleitet er durch die Kiefern, daß kein Zweig kniſtert. Jetzt tritt er aus dem Walde hervor, die Büchſe in der Hand, und ſchaut auf den Pfad nach dem Kruge.
Herüber klingt die Muſik, die Pauke wirbelt, der Stimmen Schall vermiſcht ſich mit den Seufzern der Windsbraut, die über die Haide fegt.
Des Jägers Züge ſind verſtört— ſeine Pulſe beben— die Hände zittern.—
„Dieſes Mal, Bube, biſt Du mir entgangen— aber ich treffe Dich doch!— Auf Dein Herz hatte
Zeitung.
ich ganz aus der Nähe die Büchſe gerichtet— dicht hinter dem Paare ſtand ich— in ihrem Liebesglücke Pſahen ſie mich nicht— aber gehört ſie mir nicht an, ſoll ſie auch für Dich verloren ſein!— Vater im Himmel, löſch' die Gluth in meinem Herzen, die mich verzehrt, mich tödtet; ich habe nur dieſes eine Weib geliebt— dieſes Eine!— Heute noch werde ich den letzten Verſuch machen, gelingt der— muß ſie mein werden, gelingt er nicht, trifft eine Kugel ſicher das Herz des Nebenbuhlers!“——
Im Kruge begann ein neuer Tanz. Knels und Moth ſaßen neben einander, während der todtenbleiche Lebrecht ſie aus dem Nebenzimmer beobachtete.
„Dort iſt er,“ flüſterte Knels ſeiner Braut zu.
„Schweige, Geliebter,“ erwiderte ſie.
„Bis morgen Dir zu Liebelu
„Ich danke Dir.“
Kaum hatte Moth dieſe Worte geſagt, als Leb⸗ recht zu ihr trat und ſie zum Tanze aufforderte.
„Ich danke,“ ſagte ſie und erhob ſich.
„Sie tanzen überhaupt nicht mehr?“— fragte Lebrecht..
„Nein, nein,“ erwiderte Knels und ſeine Stimme ſank zum leiſeſten Geflüſter herab;„ſie fürchtet die Kugel des böſen Feindes.“—
Lebrecht erbleichte— aber er trat auf die Seite und murmelte:„Heute noch ſollet Ihr's beide ent⸗ gelten!“—
Das Vergnügen nahm ungeſtört ſeinen Fort⸗ gang. Das glückliche Brautpaar bekümmerte ſich we⸗ nig um ſeine Umgebung, tanzte mit einander, kurzum war froh und fröhlich. Wurde Moth, die Knels nicht aus den Augen ließ, von Lebrecht aufgefordert, lehnte ſie den Tanz ab. Das verdroß den Förſter, über den man bereits zu lachen anfing.
„das Mädel blitzt Euch jedes Mal ab— bleibt aus ihrem Fahrwaſſer— ſie mag Euch nicht.“
„Das iſt nur heute, Freund, in Gegenwart der Leute,“ ſagte Lebrecht,„im Stillen bin ich doch ihre Amourſchaft.“
„Seid ein Spaßvogel, Herr!“—
„Das iſt mein voller Ernſt, Jonathan.“
„Laßt's nur nicht Knels hören!—“
Was ich ſage, ſage ich vor aller Welt.“
„Nehmt Euch in Acht.“
„Ich kenne die Dirne beſſer, wie Knels, und überlaſſe ihm gerne mein abgelegtes Schätzchen.“
Dieſe Worte waren ſo laut geſprochen, daß ſie faſt im ganzen Zimmer verſtanden werden mußten. Natürlich hörte ſie auch Knels. Schnell ſprang die⸗ ſer auf und eilte zu Lebrecht. Aengſtlich folgte Moth.
„Na— Herr!“ ſchrie der rothhaarige Jonathan,
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