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Vierte
Natürlich verdroß dieſes Knels, der ſich ohnehin vor⸗ genommen hatte, mit ſeiner Braut ein ernſtes Wort zu ſprechen.
Es trat eine große Pauſe ein, in welcher ſich die Muſikanten reſtaurirten. Dieſe benutzte Knels, um Moth zu einem Spaziergange in's Freie aufzu⸗ fordern, worin ſie einwilligte. Heimlich ſchlichen ſich beide vor die Hinterthüre und verfolgten denſelben Weg, den Lebrecht und Moth vor einigen Abenden eingeſchlagen.
Der Himmel hatte ſein Angeſicht mit dunklen Wolken verhangen, kein heller Mondſtrahl, kein blin— kender Stern beſchien den einſamen Pfad der Lieben⸗ den. Tief auf den Wald hingen zuſammengeballte Nebelmaſſen, die ihn und ſeine Umgebung in Fin⸗ ſterniß verhüllten.
Beide gingen neben einander.
„Sage,“ begann Knels,„warum haſt Du mir
Deinen letzten Spaziergang verſchwiegen?“
Moth ſchien erſchrocken und ſtammelte: Spaziergang?“
„Mit Lebrecht.“—
„Weißt Du davon?“
„Mein Vaͤter hat Euch geſehen.“
„So— nun um ſo beſſer, ſo darf ich Nichts
„Welchen
verheimlichen.“
„Haſt unrecht gehandelt.“
„Konnte ich anders?“
„Ja. Deinem Bräutigam mußteſt Du Nichts verſchweigen.“
„Höre meine Rechtfertigung, und dann urtheile.“
„Das will ich.“
„Ich beſuche faſt alle Tage das Waldplätzchen, wo Du mir Deine Liebe geſtandeſt. Es iſt eine na⸗ türliche Raſenbank unter der hohen Kiefer.“
„Thuſt Du das?“
„Höre weiter!“
„Mir fällt's wie Schuppen von den Augen!— Verzeihe meine Eiferſucht!“
„Vorgeſtern war ich den ganzen Tag nicht dazu gekommen, deshalb wählte ich zu meinem Spazier⸗ gange den mondhellen Abend. Still war's im Dorfe, faſt in keinem Hauſe brannte Licht und der letzte Gaſt hatte kurz vorher den Krug verlaſſen.“
„Himmliſche Moth!“
„Auch mein Vater begab ſich zur Ruhe. Ich ſah Dich den ganzen Tag nicht und eine unbeſchreibliche Sehnſucht nach Dir, ein namenloſes Bangen befiel mein Herz, weshalb ich ſchnell zu dem ſo lieben Plätzchen eilte.“
„Ich Thor! hegen!“
Auch Mißtrauen gegen Dich zu
Folge. 419
„Die größte Hälfte des Weges lag hinter mir, da bemerkte ich zu meinem nicht geringen Schrecken, daß mich Jemand verfolge. Ich ſtutzte. Ich ver⸗ muthete Dich.“
„Es war Lebrecht?“
„Ja!“
„Der Schurke!“
„Er fragte mich, wo ich hin wolle.“
„Wäre ich dageweſen!“
„⸗In den Wald,» lautete meine Antwort. Ich begleite Sie,» erwiderte er ſchnell.“
„So— ſo!“
„Ich würdigte ihn keiner Antwort und glaubte, er würde umkehren; allein zu meinem nicht geringen Schrecken blieb er an meiner Seite.“
„Ich räche mich dafür.“
„Ich blieb nun an der Waldecke, wo der Weg vorbeiführt, ſtehen und ſagte kurz: Ich verbitte mir Ihre Begleitung, ſonſt muß ich umkehren.⸗“
„Er ging nicht?“
„Nein, ſondern er faßte meine Hand, die ich ihm entzog, und bat mich, mit ihm in den Wald zu kommen.“
„Der Unverſchämte!“
„Ich erwiderte, daß ſich das nicht ſchicke. Er antwortete: ⸗Fürchten Sie nichts— aber aus Hän⸗ den laſſe ich Sie nicht mehr; es iſt keine beſſere Ge⸗ legenheit, Ihnen zu ſagen, daß ich Sie liebe.» Ich
floh— er umfaßte mich und verſuchte, mich mit ſich
fortzuziehen.“
„Daß ich auch nicht dort war!“
„Ich kreiſchte in dem Augenblick los, als Jemand uns aus dem Walde den Weg vertrat. Ich floh— er verſchwand in der Haide.“
„Der Euch entgegentrat, war mein Vater.“
„Nun, ſo frage ihn, er kann Dir nichts Ande⸗ res erzählen.“
„Ich glaube Dir, Moth— ich baue feſt auf Deine Liebe. Warum ſchwiegſt Du aber zu mir?“
zir fürchtete Deine Heftigkeit.“
Alſo deshalb— deshalb? Dir hätte ich keine Vorwürfe gemacht.“
„Du wärſt mit Lebrecht zuſaulmengerathen.
„Der Sache muß ein Ende gemacht werden!— In einigen Wochen iſt unſere Hochzeit!“
„Das iſt auch mein Wunſch!“
„Biſt Du erſt mein Weib, wird Dich Lebrecht nicht mehr verfolgen.“
„Gewiß.“
„Aber noch fehlt mir viel zur neuen Wirthſchaft.“
„Ich habe ein kleines Vermögen, davon iſt Vie⸗
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