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büblein herausrechnen, daß die armen Korallenfiſcher eben keine Seide ſpinnen, und daß ſie ſicherlich nicht übermüthig werden.— Lieber Gott, es iſt oft ſo in der Welt, daß der, welcher die Arbeit thut, am Wenigſten davon hat. So iſt es auch hier wieder. Die ſchönen, erumeelhen Korallen bringen die Fiſcher
auf die Meſſe von Sinigaglia, und verkaufen ſie hier nach dem Gewichte. Sind ſie im Werthe und geſucht, ſo koſtet das Pfund ſieben Gulden und etwa einen halben mehr. Der Händler bringt ſeine Waare nach Trieſt, Venedig und Genua, wo ſie am Schönſten verarbeitet werden, und verkauft das Pfund um das Drei⸗ fache, und verarbeitet in die Tauſend ſchönen Sächelchen, Bruſtnadeln, Kruzifire,
alsſchmuck für Damen, Figürchen, Ringe, und der Himmel weiß, für was
lles, kommen ſie erſt recht in Werth und der Händler und Künſtler zieht den Gewinn. Schade nur, daß die armen Zlariner, und die Dalmatier über⸗ haupt, nicht die Arbeit verſtehen— denn alsdann bliebe ihnen der reichſte
Vortheil.
Ich habe da Vornen von einem Korallenſtock oder Korallenberg geredet,
den die Fiſcher manchmal, doch äußerſt ſelten, herausfiſchen. Dieſer Fall kam
im Oktober 1843 vor, da zwei Zlariner eine Korallenmaſſe herauszogen, die in der That den Namen Korallenberg verdient, weil ihr Umfang ungemein war. Hunderttauſend Thierchen mußten an demſelben, Gott allein weiß wie lange— zuſammengeſeſſen haben; Geſchlechter auf Geſchlechter müſſen ihre ſelt⸗ ſame Maſſe zuſammen abgeſetzt haben, daß ſie entſtehen konnte, dieſe außeror⸗ dentliche Maſſe. Auf die Meſſe von Sinigaglia gebracht, lief alle Welt ſtaunend zuſammen, weil ein ſolches Wunder niemals geſehen worden war. Die glück⸗ lichen Fiſcher erhielten die Summe von zwölf Tauſend Gulden dafür. Und verarbeitet— trug er Hundert Tauſend Gulden ein! Denkt man da nicht an das uralte deutſche Sprichwort: Das Pferd, welches den Hafer verdient, kriegt ihn nicht; aber ohne ein Gefühl des Bedauerns und der Wehmuth kann man kaum daran denken.—
* Dies und Das.
Kaiſer Karl V. und Anton Fugger. Zur Zeit Kaiſer Karls des Fünften lebte in der damaligen Reichsſtadt Augsburg eine weitverzweigte Familie, die ihres ungeheuern Reichthums wegen viel Anſehen und Macht beſaß. So trieben ihre Schiffe faſt auf allen Meeren; wie ſie dann auch mal bei einer Geldnoth Augsburgs 80,000 Goldgulden aus ihren eigenen Mitteln prägen ließ— und, gleich Fürſten, Künſtler und Gelehrte unterſtützte.
Ich meine die Familie der Fugger, deren Stammvater, Johannes Fugger, zwar nur ein ſchlichter, einfacher Webermeiſter im Dorfe Graben bei Augsburg geweſen war, die aber durch Gottesfurcht, Fleiß und Strebſamkeit und mancherlei glückliche Ereigniſſe mit ihrem Gelde Kaiſer, Könige und Fürſten unterſtützten und weit und breit großen Segen ſtifteten.
Und trotzdem der eine Zweig der Familie ſchon von Kaiſer Friedrich dem Dritten, und der andere ſpäterhin von Kaiſer Maximilian dem Erſten in den Adelſtand erhoben und mit be⸗ deutenden Beſitzungen und Gerechtſamen belehnt worden war, wurden ſie doch nicht von thörichtem Stolz und Duͤnkel und Hoffahrt erfaßt, ſondern führten das vom Vater auf den Sohn über⸗ kommene bürgerliche Geſchäft, den Leinwandhandel, ruhig fort, item— blieben bei'm Leiſten. Nur Einer von ihnen, Jakob Fugger, befaßte ſich mit dem Bergbau und bauete in Tyrol ein prächtiges Schloß,„Fuggerau“ genannt.
Ganz beſonders aber ſtanden die Fugger bei Kaiſer Karl dem Fünften in großen Ehren, umſomehr, da auch dieſer deutſche Kaiſer bei ſeinen bedeutenden Unternehmungen und öftern Kriegsfahrten viel Geld gebrauchen konnte und an den Fuggers ganz vortreffliche Säckel⸗ und Zahlmeiſter hatte.
Aus dieſer Zeit ſtammt ein rechter und ächter Fuggerzug, der beſſer und klarer als alles Andere ein Zeugniß ablegt, welche außerordentliche Geldmacht in den Händen dieſer Familie lag, nnd wie ſie damit verfuhr, wenn es der Ehre und dem Ruhme ihres Hauſes galt.
Wie ſchon vorher angedeutet, ehrte und liebte Kaiſer Karl der Fünfte die Fugger und namentlich einen Anton Fugger, in deſſen Hauſe zu Augsburg er häufig Quartier nahm. Solches
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