Jahrgang 
2 (1858)
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et 4 eignen, künſtlich zu allerlei ſchönen Putzſachen verwendet zu werden. Dieß ge⸗ 6 ſchieht beſonders in Italien, namentlich in Livorno, Florenz und Genua, viel⸗ n leicht auch noch in andern Städten mehr, wie in Palermo auf Sicilien und in e Neapel. Urſprünglich gehört das Thiex, deſſen kalkartige Abſetzungen die Koralle hr bildet, zu dem Geſchlechte der Polypen, deſſen Gattungen und Arten ungemein er zahlreich ſind. Viele Arten ſetzen ſolche hornartige, kalkartige, ſich außerdentlich ht verhärtende Maſſe ab, die ſich dann durch immer neuentſtehende Geſchlechter 6 über den abgeſtorbenen, oft zu einem Korallenſtock oder Korallenberg anhäufen, der, wenn ſeine Farben recht friſch roth iſt, einen hohen Werth hat, weil man 1 4 daraus recht viele Kunſtſächelchen ſchneiden kann. Die Koralle erſcheint, eben

aus dem Meere geholt, als eine unregelmäßig, faſt in der Form an gewiſſe Cacteen erinnernde, äſtige, ſteinartige Maſſe, die, wie bemerkt, einem unſchein⸗

ſr baren, ſehr einfach gebildeten Seethiere ihren Urſprung verdankt, das ſie näm⸗ ſ lich als weiche, ſich ſtets verhärtende Maſſe abſetzt, ohne daß man zu erklären der wüßte, woher die herrliche hochrothe Farbe ſtammt. Ehemals fiſchte man ſie bei be Bona in Algier und überhaupt an der Küſte von Nordafrika, mit großen Müh⸗ , ſeligkeiten und Gefahren. Von Iſchia und Procida und Capri gingen ganze . Flotten von eigenthümlich eingerichteten Booten nach Afrika ab, zu dieſem Zwecke. äh Man wußte nicht, wie reich das adriatiſche Meer, und insbeſondere die Küſte ich Dalmatiens an den köſtlichen, hochrothen Korallen ſei, bis die Tiefe des Meeres . aufwühlende Stürme ſolche an's Ufer warfen, und man nun nachforſchte und eit ſie in großer Menge und beſonderer Schönheit, auf den unterſeeiſchen Felſen mn⸗ aufſetzend, entdeckte, und in ihnen einen neuen wichtigen Nahrungszweig der ich armen Fiſcher, welche die Küſten bewohnen. Der Stadt Sebenico gegenüber en⸗ liegt die kleine liebliche Inſel Zlarin. Grün und friſch liegt das freundliche be Eiland im Schooß der Gewäſſer, aber nicht hinreichend iſt ſein Boden und un⸗ deſſen Erzeugniſſe, ſeine wackern, fleißigen und verſtändigen Bewohner zu er⸗ ed⸗ nähren, daher Fiſcherei und Küſtenſchifffahrt lange Zeit ihnen das kärgliche Brot gab, bis die Korallenfiſcherei ihnen neue Wege des Erwerbs für ihre beſcheidenen

eh⸗ Bedürfniſſe darbot. 789 Wohnſtätten ſtehen auf der Inſel mit einer Bevölkerung die von 5157 Seelen in 612 Familien. Frei iſt indeſſen die Korallenfiſcherei nicht. 9gl Das Privilegium oder die Geſtattung, die Fiſcherei betreiben zu dürfen, koſtet hen ſie eine nicht unbedeutende Summe. Für dieſe Abgaben dürfen ſie acht kleine on Schiffe ausrüſten, die Korallenfiſcherei an dem Theile der Küſte zu betreiben, der ihnen bezeichnet wird. Rüſten ſie mehr als acht Barken aus, ſo zahlen ſie

für jede weitere Barke einen beſtimmten Theil der Hauptſumme. Das Ergeb⸗

niß der Fiſcherei iſt nicht ſicher. Manches Jahr iſt es reich, in andern arm

und es läßt ſich nie mit Gewißheit auf den Lohn der Mühen rechnen, weil es

nicht ſicher zu beſtimmen iſt, wo die rothen Korallen auf den Felſen aufſitzen

4 und ob in reicher Anzahl oder nicht; auch iſt die Bildung der Korallen nicht

ſo raſch vollendet, daß man zahlreich an derſelben Stelle fiſchen könnte. Es

müſſen alſo die Stätten wechſeln, und da weiß eben kein Menſch, ob die Stelle

gut gewählt iſt oder nicht; ob die Koſten nur gedeckt, die Mühen und Ent⸗

behrungen irgend belohnt werden, oder ob ein reicher Ertrag das Herz erfreue.

Die Tiefe ſchließt ihre Schätze in ihr Dunkel ein für den, der oben im Lichte darnach ſpäht. Nun giebt es auf Zlorin allerdings ſeekundige Leute, welche

die Felſenriffe und ihre Streichung unter Waſſer ziemlich genau kennen, und

b dahin ihre kleinen, flachen Bariſchiffe lenken. Iſt die Witterung ſommer⸗

5 lich günſtig und das Meer ruhig und ſtille, ſo werden die Barken, die mit 4 6 wenigen Lebensmitteln, Früchten und Waſſer, verſehen ſind, und oft nur ein ber Zelt von Segeltuch haben, unter dem der abgehärtete, aber zufriedene Schiffer 8 ſich zur Ruhe niederlegen kann, wenn auch nur auf harte Dielen, in die 3 See hinausgerudert, denn nur in einer gewiſſen Entfernung, etwa fünf bis en, ſechs Stunden von der Küſte oder dem Strande, lebt die Koralle. An der luf Stelle angekommen, welche der älteſte und erfahrenſte Seemann, dem die andern

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