Jahrgang 
2 (1858)
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iſt der Himmel als einſt, ſchmelzender der Geſang der Vögel, herrlicher ſind die Blumen, traulicher die Quellen und des Waldes ſchattige Gaͤnge. Heidfr plaudernd kehren ſie Arm in Arm in das Pn zurück. Drinnen ſind Schränke neu und gkänzend, Koffer voll köſtlichen Inhalts eine Fle, geſammelt von Jahr zu Jahr. Attes iſt dein, fluſterte Richarv. Aber du biſt ja verheirathet? Nein, lächelte der Geliebte, du biſt mein Weib, du haſt, mich von Anfang geliebt. Ja, lispelte Lenchen und das Herz ging ihr in Seligkeit auf. Da ſtieß Jemand die Thüre heftig zuruͤck, der Hofbauer trat zornig ein..

Lenchen erwachte. Hatte ſie ſich getäuſcht? nein, die Thüre war wirklich gegangen. Sie hörte noch die Tritte des Vaters in der Kammer. War er fort⸗ geweſen, weßhalb, wo? Lenchen lächelte über ihre Aufregung. Was war denn das Außerordentliches? Sie ſchlummerte bald wieder ein, aber wie lange ſie ge⸗ ſchlafen hatte, wußte ſie nicht, als ſte, durch einen Lärm erſchreckt, vom Lager auf⸗ ſprang. Feuer! Feuer) hörte ſie rufen. Ein dunkelrother Schein ging am Himmel auf, ſie weſkte den Pater. Dieſer trat nach wenig Augenblicken angekleidet in die Stube. Ich, will Phn ſagte er, wo es iſt und ging. Aber Lenchen kam es vor, als hättg ſeine Stimine gezittert, als hätte ein Ghauer ſeinen Körper durchbebt. Unwillkürlich dachte ſie an das Aufgehen der Thüre; ſollte er draußen ewweſen ſein, wo? fand ein Zuſammenhang ſtatt zwiſchen des Vaters nächtlichem Gang und jenem Brand, deſſen Flammen das kleine Gemach erleuchteten? Sie wies dieſen Gedanken mit Abſcheu zurück, und doch war ihr unſäglich bang; das Feuer war nach der Gegend des Wendelhofs hin.

Die Glocken laͤuteten Sturm, die Menſchen ſtürzten erſchreckt nach dem Schau⸗ platz des Unglücks. Die neue Scheuer des Hojbauer ſtand in hellen Flammen; gluͤcklicher Weiſe lag dieſelbe ſo weit von dem Dorf ab, daß für dieſes nichts zu ſürchten war. Zunächſt riß man das Vieh aus den Ställen und trieb es inaus auf die Gärten; aus dem Wohngebäude ſchaffte man Möbeln, Betten und Wirth⸗ ſchaftsgeräthe und weſſen man eben habhaft wurde. Das Haus war nicht un⸗ mtittelbar beyroht, indem die Richtung der Flammen ſeitwärts ging; aber plötzlich drehte ſich der Wind, das Feuer ergriff die Stallungen und wälzte ſich von da auf das Wohnhaus. Aller Anſtrengungen ungeachtet konnte man des verheerenden Ele⸗ meutes nicht Herr werden.

Unter den Löſchenden bemerkte man auch Ellner. Er arbeitete eifrig, doch war mancher forſchende und zweideutige Blick auf ihn gerichtet; er ſchien ſich nicht daran zu kehren.

Schon hatten Alle, welche mit Ausraͤumen beſchäftigt waren, das brennende Haus verlaſſen; dennoch wagte es der Hofbauer, obgleich man ihn faſt mit Gewalt zurückzuhalten ſuchte, noch einmal in Hale einzudringen. In der Beſtürzung des ſchnell hereingebrochenen Unglücks hatte er ſich die erſten, beſten Kleider überge⸗ worfen; jetzt erſt gewahrte er, daß ihm die Brieftaſche mit den Papieren fehlte; an den Nock, in welchem ſie ſich befand, hatte Niemand gedacht. Angſtvoll harrte man auf den nusgang des Wagniſſes; ſchon drohte das Dachgebälk zuſammenzu⸗ ſtürzen; der Hofbauer hatte ſich der augenſcheinlichſten Gefahr ausgeſetzt. Es verging Minute um Minute, er kam nicht zurück. Die Menge wurde unruhig, Richard war in Verzweiflung. Man rief, keine Antwort. Leitern her, ſchrien mehrere Stümmen, legt ſie an die Fenſter, es muß Jemand hineinſteigen. Sie werden ge⸗ bracht, Einer wagt es hinaufzuſteigen, ein Anderer folgt; man ſtößt die Fenſter ein, quglmender Rauch ſtrömt heraus. Keiner hat die Kühnheit, in das Zimmer zu dringen; ſehen kann man nichts, das Rufen iſt um dnſt

Richard hietet eine Summe zur Rettung ſeines Vaters, er verdoppelt, er ver⸗ dreifacht ſie; Niemand regt ſich. Der Hofbauer gilt Se verloren. Unter den Ver⸗ ſammelten entſteht ein unheimiches Gemurmel, einzelné Stimmen werden laut: das Feuer iſt angelegt! wo iſt der Mordbrenner? werft ihn in's Feuer! Die Haltung der Menge wurde drohend, Verwünſchungen ertönten, Fäuſte erhoben ſich.

Ellner iſt Zeuge geweſen von dem ganzen, entſetzlichen Vorgang. Der Löͤſch⸗

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