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Richard war erſtaunt über dieſe hochgehenden Pläne und betrachtete den Vater mit einer Art ſcheuen Reſpectes. Wie du willſt, entgegnete er ſchüchtern, ich kann nichts dazu ſagen.
Der Hofbauer hatte eine freudige Anerkennung oder dergleichen erwartet; als er ſeinen Sohn ſich ſo gleichgültig äußern hörte, warf er ihm einen halb unwilligen, halb geringſchätzigen Blick zu. Er fand den verwandten Geiſt, der ihn verſtand, nicht in ihm.
Wie ich will, murmelte er, nun ja; zunächſt will ich mich des Jägers ver⸗ ſichern. Er wird mir heute die Tabellen und Karten vorlegen und mir den Forſt zeigen. Handelt er bei dem Baron in meinem Intereſſe, ſo kommt mir's auf einige Tauſend nicht an.
Ich möchte an deiner Stelle mit dieſem Manne nichts zu thun haben, äußerte Richard.
Wie ich will, gab der Hofbauer kurz zur Antwort.
Die Angelegenheiten in Oberndorf und Langen wurden nach Wunſch erledigt. Der Beſitzer des Wendelhofs kehrte in einer heitereren Stimmung zurück, als er ſie ſeit langem gehabt hatte. Als er aber beim Ausſteigen aus dem Wagen Ellner erblickte, verfinſterten ſich ſeine Mienen. Dieſer trat auf ihn zu und verlangte ihn zu ſprechen. Er ſah bleich und verſtört, ſein Haar hing unordentlich um die Schläfe, aus dem Auge loderte eine fieherhafte Gluth. Den Hofbauer verließ die gewohnte Sicherheit, als er ſich im Zimmer dieſem Manne allein gegenüber ſah. Ellner brach zuerſt das Schweigen. Beim Klang der hohlen Stimme fuhr der Andere leiſe zuſammen.
Man ſetzt, hob Ellner an, den Dieb in's Zuchthaus, man richtet den Mörder durch's Schwert, iſt's nicht ſo Hofbauer? Iſt nicht die Gerechtigkeit da, damit ſie dem Unrecht ſteuert und den Schuldigen ſtraft?
Was iſt das für ein Gewäſch? erwiederte der Hofbauer gezwungen lachend.
Du lachſt?— fuhr Ellner fort; du haſt recht. Du biſt zu klug, um dir die Obrigkeit auf den Hals zu laſſen. Du ſtehſt auf gutem Fuß mit ihr; der Gerichts⸗ halter ſpeiſt an deinem Tiſch, der Schreiber drückt dir die Hand, der Gerichts⸗ diener trinkt deine Geſundheit. Ihr lacht mit einander über die dummen Teufel, welche Euren Popanz fürchten.
Halt ein! rief der Hofbauer. Du redeſt von Dieben und von Mördern, wem gilt das?
Wer dem Armen ſein Stück tägliches Brod nimmt, erwiederte Ellner, wer ihm Hab und Gut, Glück, Hoffnung, Chre raubt, ihn langſam an Leib und Seele zu Grund richtet, iſt der nicht ſchlimmer als ein Dieb und Mörder?— und das haſt du mir gethan!
Der Hofbauer wurde weiß, wie die Wand. Elender! ſchrie er und ſeine Stimme knirſchte vor Wuth.
Nicht genug, fuhr Ellner fort, daß du mich übervortheilt, ausgenützt, mich tief und immer tiefer in deine Schlinge gezogen haſt...
Verläumder, Undankbarer! unterbrach der Hofbauer ſeinen Ankläger, wer half dir aus der Noth? Kam ich zu dir oder du zu mir? Brauchteſt du mich oder ich dich?
Das Alles, antwortete Ellner, habe ich verſchmerzt. Ich war in deine Hand gegeben, ich ſah, daß ich nicht los kommen konnte. Daß aber dein Sohn mein Kind bethört, verführt und verlaſſen hat, daß Ihr mir das thut, das ſchneidet mir durch die Seele, dafür fordre ich Genugthuung!*
Das alſo iſt dein Grimm? verſetzte der Hofbauer höhniſch.
Der Nagel zu meinem Salg iſt's.
Mache es mit meinem Sohn ab, mich geht's nichts an.
Ich bin Vater und du biſt Vater, entgegnete Ellner; wir haben es mit einander zu thun. Ich vertrete das Recht meines Kindes.
Was für ein Recht? erwiederte der Hofbauer.


