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Richard bejahte.
Alſo gefällt dir Bernhardine?
Sehr gut; ſie iſt das liebenswürdigſte Mädchen.
Recht geſprochen. Bernhardine war zwei Jahre im Penſionat, ſie hat eine ute Bildung, iſt jung, ſchön, gewiß in allen Stücken eine Frau, die für dich paßt. Das ſiehſt du jetzt ein?
Ja, es iſt ſo.
Es freut mich, daß du dir deine alte, unpaſſende Liebſchaft aus dem Sinn geſchlagen haſt. Ein ungebildetes Bauernmädchen, eine Dienſtmagd— nein, das war nichts.
Richard ſtammelte verlegen einige Worte.
Schon gut, fiel ihm ſein Vater in die Rede, ich verzeihe dir dieſe jugendliche Verirrung. Auch will ich das Uebrige abmachen; einige Hundert werden die Dirne zufrieden ſtellen.
Entſchädige ſie hinreichend, daß ſie und das Kind keine Noth leiden, bemerkte Richard in einem Tone, in welchem nachhallte, was er für Lenchen einſt empfunden.
Es ſoll ihr ſo viel werden, entgegnete der Hofbauer, daß ſie ſich nicht beklagen darf und zwar deßwegen, weil ſie ſo verſtändig iſt, jetzt bei deiner Verheirathung keinen Lärm zu machen.
Das thut ſie nicht, verſetzte Richard, ſie ſchweigt.
Um ſo beſſer. Noch Eins, mein Sohn.
Was iſt's? fragte Richard geſpannt.
Ich habe das Gut in Altenberg mit einem nicht unbedeutenden Gewinn wieder verkauft; dir kann ich's ſagen, ich habe Zwanzigtauſend profitirt.
Was iſt's? rief Richard erſtaunt.
Durch einen Expreſſen nun benachrichtigte mich heute der Jäger des Barons, daß die Reiſe deſſelben an den Rhein einen beſonderen Zweck hattte. Das Klima des Thüringer Waldes iſt dem Herrn zu rauh, er will am Rhein ſich ankaufen. Geſtern meldete er ſeiner Gemahlin, daß er eine Beſitzung gefunden, wie er ſie wünſcht. Der Kauf iſt bereits abgeſchloſſen.
Nun, und du?..
Unter dieſen Verhältniſſen wird der Baron das Oberndorfer Gut ver⸗ kaufen.
Und du willſt es kaufen?
Das will ich.
Aber der Preis; es wird viel koſten...
Ich muß, erwiderte der Hofbauer mit gedämpfter Stimme, im Einverſtändniß mit dem Jäger handeln.
Mit dem Jäger? erwiederte Richard im Ton der Mißbilligung.
Ja, verſetzte der Hofbauer. Der Baron kennt ſeinen Beſttz nicht, beſonders den Werth des ſehr beträchtlichen Holzbeſtandes. Er hat das Gut ſchon einige Mal für achtzig Tauſend Thaler feilgeboten, für einige Siebenzig iſt es zu kaufen. Der Holzwerth allein aber beträgt Fünfzigtauſend, wenn nicht mehr; ebenſoviel ſind die Grundſtücke, Schloß, Oekonomiegebäude, Brauerei und Schäferei werth. Somit iſt ein Gewinn von ziemlich Dreißigtauſend Thalern zu machen.
Vielleicht!.
Mein Sohn, verſetzte der Hofbauer mit ſtolzem Selbſtgefühl, ich rechne ſicher. Hätte ich nicht einigen Scharfblick in dieſen Dingen, ſo wäre der ehemalige Dienſt⸗ knecht nicht im Stande, jetzt ein Rittergut zu bezahlen, und— doch davon will ich nicht reden.—
Warum verſchweigſt du mir deine Gedanken?. 1
Ich wünſche,— wie wäre es, wenn ich das Schloß Oberndorf zu meinem Wohnſitz machte? Doch, es iſt nur ſo ein Gedanke. Du könnteſt mit deiner künftigen Frau den Wendelhof bewirthſchaften..


