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Ein Dienſtmädchen brachte den dampfenden Kaffee und einen Teller voll Kuchen.
eni die Kinder das bemerkten, ſprangen ſie herzu und eine neue Freude ſtrahlte aus ihren jugendlichen Geſichtern.„Kaffee und Kuchen!“ ſchrieen ſie; „das iſt ſchön!“„Mutter, bitte ſchenk' ein. Mir das größte!“„Nein mir“, rief das andere.„Ich habe großen Hunger“
„Halt, mein Bürſchchen,“ ſprach lachend der Vater, indem er die Hand des Knaben, welcher zwei Stücke Kuchen ergriffen, feſt hielt;„nicht unartig! Eins auf einmal. Sieh', wie beſcheiden wartet Deine Schweſter Hilda, und ſie iſt doch das Geburtstagskind, um deren Willen die Mutter Kuchen gekauft hat. Auch kann der Hunger bei Dir nicht gar zu arg ſein. Du haſt ja kaum zu Mittag gegeſſen.“
Die Mutter hatte mittler Weile den eingeſchenkten Kaffee mit Zucker verſüßt, und Alle ſchlürften mit ſtillem Behagen den angenehmen Trank.
Die Kinder hielten es aber nicht lange in der engen Laube aus. Bald genug waren ſie wieder draußen, ſprangen nach einem Schmetterling umher, oder ſaßen ſtill an der Erde im Anblick eines Würmchems oder Käferchens, oder gru⸗ ben und pflanzten an ihrem Beetchen.
„Lieber Mann,“ ſprach die Frau,„es iſt doch kein größeres Glück, als wenn Mann und Frau einig ſind, ſich lieb haben, ihren Frieden im Hauſe, im Schooße der Familie finden und nicht draußen in der liebloſen Welt. Wenn der Mann ſobald wie möglich die Seinen verläßt, um nur hinter den Bier⸗ oder Karten⸗ tiſch oder auf die Kegelbahn zu kommen, und ebenſo die Hausfrau lieber die Zeit in unnützem Geſchwätz mit klatſchſüchtigen Nachbarn oder in Thee⸗ und Kaffee⸗ geſellſchaft verbringt, wenn ſie Geſellſchaft wieder geben muß: dann wehe dem verlaſſenen Hausweſen, den armen Kindern, der ehelichen Liebe.“
„Haſt recht, Frau,“ antwortete der Mann,„ſiehſt ja auch, wie ich Jahr aus, Jahr ein zu Hauſe ſtecke, glücklich, o übergluͤcklich mit euch. Ich wünſche mir nichts weiter für mein ganzes Leben. Wenn's nur immer ſo bliebe. Der Ernſt, ein derber, guter Knabe; die Hilda, ſo herzig und voller Zärttlichkeit.“
„Ja, ja, lächelte die Mutter ſchalkhaft, das iſt ganz die Mutter. Kann auch nicht eher ruhen, nicht einſchlafen, wenn ſie ja einmal unartig geweſen, bis der Papa wieder gut iſt. Gerade wie ich ſonſt, ihre Mutter, wenn mein böſer Schatz, der jetzt hier ſo unſchuldig thut, als hätt' er nie ein Wäſſerchen getrübt, mit mir ſchmollte.“ Der Gatte hielt ihr den Mund zu. Sie ſchob die Hand freundlich weg und fuhr fort:
„Aber neulich warſt Du doch zu hart mit dem Kinde, wollteſt hinauf zu Bette gehen, ohne ihr verziehen und ein Gutenachtküßchen gegeben zu haben, und ſie flehte ſo ſehr,, konnte nicht einſchlafen, ſaß im Bette und rief immer wieder: „„Ach, mein guter, lieber Vater vergib mir doch noch einmal. Ich bin böſe ge⸗ weſen, ich weiß ja; ich will's aber nicht wieder thun. Lieber, lieber Vater, Whus ach⸗ thu's doch!““ Und Du wollteſt nicht. Sag', wie konnteſt Du ſo
art ſein?“
3 Da kamen zwei Aermchen aus dem Laube, umhalſeten den Vater von hin⸗ ten, und eine Kinderſtimme ſprach:„Ja, ja, warſt ein böſer Vater, wollteſt nichts von deiner Hilda wiſſen! Böſer Vater, du! Nein, es iſt nur ein Späschen! Biſt ein guter Vater, biſt mein liebes Väterchen; aber ſei auch nicht wieder ſo böſe mit deiner kleinen Hilda. Will auch immer gut ſein.“
Der Aenichrts Vater zog das holde, treue, nur zuweilen etwas trotzige Kind an ſeine Bruſt, küßte ſie auf die Stirne und Augen und ſprach:
„Halte, liebes Kind, was dein kleiner Mund mir jetzt und ſo oft ſchon verſprochen. Sei ein folgſames Kind, ärgere mich nicht durch Trotz, dann hab' ich dich auch lieb und die Mutter und der liebe Gott, und nie empfängſt du auch nur ein böſes Wort.).
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