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röthliche Haare; trägt einen ſchäbigen, braunen Rock und einen Hut, der vor dreißig Jahren ſchon abgegriffen war.
Das paßt aber nicht— ſagte verblüfft der Wachtmeiſter.
Was paſſen? rief der Landſchreiber. Meint Ihr, alle die von ihm gege⸗ benen Beſchreibungen paßten? Er wird ſich nicht hinſetzen und ſich mit Worten abkonterfeien laſſen. Dazu iſt er zu pfiffig.
Kann ſein, bemerkte der Wachtmeiſter, dem das, was der Landſchreiber ſagte, einzuleuchten begann.
Nun gut, fuhr der Beamte fort, nehmt Eure Maßregeln und ich denke Euch den Prels auszubezahlen.
Der Wachtmeiſter eilte von dannen und während er ſeine Maßregeln nahm, ſchritt der Rektor gemüthlich nach dem Hofe, um den Backofenzins dort ordent⸗ lich zu erheben, denn der Hofmann war reich und traktirte höchlich. Nachdem er ſich recht gut am Abendtiſche verſorgt, ging er zu Bette und freute ſich ſchon auf den Kaffe, denn die Hoffrau war in der Küche beſchäftigt, für einen mürben Kuchen zum Frühſtück zu ſorgen.
Nachts aber rückten die Streifer an, geführt von dem Wachtmeiſter; ſchloßen den Hof ein, daß kein Wieſel durchgekommen wäre und dann drang der Wacht⸗ meiſter mit zwei Landdragonern in's Haus und verlangten den Schinderhannes. Der Hofmann erſchrack auf den Tod und verſicherte, der Geſuchte ſei nicht im Hauſe, ſondern der Herr Rektor B......
Viktoria! rief der Wachtmeiſter. Das iſt er, den ſuch' ich. Ich kenne den ſauberen Vogel!
Der Hofmann verſicherte, er könne für den Herrn Rektor gut ſtehen. Es paß Alles nicht. Er mußte ſie an's Bette des wohlgepflegten argloſen Schläfers ühren.
Der erſchrack auf den Tod, als er aufgeweckt wurde und vier entſetzlich derbe Fäuſte ſeine dürren Aermchen faßten und ihm die Handſchellen anlegten. Er ſchrie um Hülfe, aber Hohngelächter war die Antwort; er verſicherte, er ſei der Rektor B...... ,der Hofmann könne das bezeugen, aber Fluchen und Rippenſtöße wurden ihm dafür. Endlich kam's denn doch ſo weit, daß ſie ihm die Handſchellen wieder ablösten, bis er ſich angekleidet hatte; dann aber legten ſie ſie ihm an und fort ging's unter lautem Jubel und bedenklichen Kopfſchüttelns des Hofmanns.
Am Amthauſe angelangt, meldete der Wachtmeiſter, daß er ihn habe. Der
Amtmann ſagte: Setzt ihn in den Bolles und ſtellt Wache neben ihn, denn der
kann blau pfeifen!
So geſchah es, wie auch der arme Rektor bat, der ſo ſchmählig um den fetten, friſchen Kuchen kam, was er, benebſt der Schmach, gar nicht verwinden konnte. Der Amtmann eilte ſich am Morgen auch gar nicht mit dem Verhöre. Endlich befahl er ihn vorzuführen. Zum Glücke für den armen Rektor war der ſogenannte Bolles unten im Amthauſe, ſo daß ihn das in Schaaren verſam⸗ melte Volk nicht zu ſehen bekam.-
Was zum Henkker! rief der Landſchreiber, als die Landdragoner den Rektor hereinführten, der todtbleich war. Was zum Henker, Herr Wachtmeiſter, was habt Ihr gemacht?
Auf Ihren Befehl den Schinderhannes gefangen! entgegnete der freudig. Er behauptet, wie's in Ihrem Briefe ſtand, er ſei der Rektor B.......— Und er ſieht juſtement ſo aus, wie Ihr's vorgeleſen!
Ach, da iſt ein arger Schelmenſtreich Euch, mir und dem guten Herrn Rektor geſpielt worden, verſetzte der Landſchreiber. Macht ihm die Feſſeln los. Es iſt wahrhaftig der Rektor B...... ‚den ich genau kenne! 3
Der arme Wachtmeiſter fiel aus allen ſeinen Himmeln. Er ſtand mit offenem Munde da, wie eine Bildſäule. Iſt's wahr, Herr Landſchreiber? fragte er endlich kleinlaut.


