Jahrgang 
1 (1858)
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gäbe es dann? Wäͤre es nicht ein leidiger Umſtand für die Kuh!

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boshaften Mährlein dem Volke aufbanden, die ſchon einmal eine zu uͤble Wirkung hervorgebracht hatten. Man ſagte einen allgemeinen Brand voraus, Peſt und alles Schreckliche, ja, ſoweit verirrte ſich Bosheit und Albernheit, daß man dem Volke in einer dieſer, nur zu wohl auf die Dummheit des engliſchen Landvolks berechneten Flugſchriften vorausſagte, daß, ſobald die Eiſenbahn erbaut ſein würde, keine Henne mehr ein Ei lege.

Unſere Leſer werden herzlich lachen! Aber welcher Mittel bedient ſich nicht der Eigennutz, um ſeine ſchmutzigen Abſichten zu erreichen? Iſt es anders in kleinern Verhältniſſen? Bleibt nicht der Menſch unter allen Verhältniſſen ſich gleich? Es iſt eine traurige Erfahrung, aber ſie wiederholt ſich alle Tage und wir Alle haben ſie, ſo oder ſo, ſchon gemacht und werden ſie immer wieder machen!-- Und die Dummen glauben den blinden Unſinn, den ihnen die Bosheit vorſpiegelt, und es wird ſo bleiben, ſo lange es Menſchen bos⸗ hafte und dumme gibt!

Stephenſon ſtellte ſich dieſes Mal ſelbſt an die Spitze der Vermeſſungsar⸗ beiten und betrieb ſie mit der Kraft und Ausdauer, die ihn überall an's Ziel gebracht; aber was mußte er perſönlich, was mußten ſeine Gehülfen Alles ertragen? Vagabunden, Spitzbuben und Räuber können kaum ſo behandelt werden, wie ſie es wurden. Mehr denn einmal war ſelbſt ihr Leben oder ihre geſunden Glieder in Gefahr, denn das Landvolk war, aus allen Fugen gehoben, hellraſend.

Stephenſon gab ſeinen Gefährten und Gehuülfen das ermuthigendſte Bei⸗ ſpiel. Sie wiſſen nicht, was ſie thun, ſagte er ruhig, und unſer Muth und unſere Ausdauer wird ſie ermüden. Wir müſſen Augen haben und nicht ſehen; Ohren und nicht hören; einen Mund aber nicht reden. Das Alles hilft uns zum Ziele! ie kannte der weiſe Mann die Menſchen!

Es war richtig! Trotz aller Streiche, die man ihnen zu ſpielen ſuchte; trotz aller Drohungen, die man mit Wuth ausſtieß, vollendeten ſie ihr Werk in aller Ordnung und Stephenſons Rath war gut.

Nun, als Alles nichts half, riefen die Gegner: Die Bahn iſt und bleibt unausführbar! Welche Narren werden die unermeßlichen, nie zu erſetzenden Koſten zahlen?

Stephenſon lächelte. Er legte den Plan ſeinen Theilhabern(denn ſein Vermögen erlaubte ihm dies nun ſchon und er machte andrerſeits ſeine Einſichten als Kapital geltend) vor, und wie groß auch die Auslagekoſten waren, die Stephenſon redlich nachwies, er wurde genehmigt und zur Ausführung ge⸗ ſchritten, vorher aber die nöthige Ermächtigung dazu ausgewirkt, die das Parla⸗ ment geben mußte.

Als dieſe erfolgt war, als die Ausführung immer mehr an Wahrſcheinlich⸗ keit gewann; als, trotz aller bereiteten Hinderniſſe und verbreiteten Verläum⸗ dungen und Mährlein immer mehr einſichtsvolle und unpartheiiſche Männer ſich für Stephenſon und ſeine Sache erklärten da zogen die Kanaleigenthümer andere Saiten auf. Sie legten bei, wie der Seemann ſagt, wenn er, nahe dem Hafen, einen großen Theil ſeiner Segel einzieht! Sie boten den bei dem Baumwollentransport Betheiligten geringere Frachten an ein Zeichen, daß ihnen die Ausführung der Eiſenbahn Schrecken verurſachte; aber ſie hatten zu lange gewartet. Geiz und Habſucht hatte ſie blind gemacht und der Teufel

iſt allemal ſein eigner Feind!

Es war zu ſpät! Dennoch waren ſelbſt im Parlamente Menſchen, die auf ſich das Wort der heiligen Schrift auch hier anwenden ließen, daß ihre Weis⸗ heit zur Narrheit geworden war. Einer meinte, dem milden, ruhigen Stephen⸗ ſon, den ſie vor das Parlament beſchieden hatten, einen rechten Genickfang zu geben, und ſagte: Nehmet an, daß eine Kuh auf der Eiſenbahn ſtünde, wenn der in Einer Stunde Zehn Meilen laufende Dampfwagen daher käme was

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