Jahrgang 
1 (1858)
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möglich, und es werden ſo viele Briefe geſchrieben, daß der Ertrag dieſes Geldes ſich auf eine bedeutende Weiſe erhöhen muß.

Beides war richtig und wird ſich Aehnliches zu jeder Zeit als wahr und ſicher erweiſen.

Geht man ja doch heutzutage noch weiter und ſagt: Die Eiſenbahnfahrten müſſen ſo wohlfeil werden, daß kein Marktweib mehr zu Fuße geht und kein Handwerksburſche. Er muß berechnen können, daß er mehr an ſeinen Sohlen abläuft, als ihn die Eiſenbahn koſtet, Zeit und Ermüdung gar nicht in Betracht genommen, und ſelbſt das edle Fechten dazu.

Freilich, wir ſind heute, nach ſo vielen Jahren, von dieſem Ziele noch entfernt, da die Preiſe noch nicht mit jenem Grundſatze im vollen Einklange ſind, wenigſtens in Deutſchland; allein das wird, ja das muß kommen, wenn die, welche Eiſenbahnen bauen und leiten, ihren eigenen Vortheil richtig zu be⸗ urtheilen verſtehen und Gewinn zu ziehen wiſſen aus des edeln Stephenſons Einſichten.

Jener Widerwille gegen das Reiſen mit der Eiſenbahn, den Stephenſon noch kennen zu lernen Gelegenheit hatte, iſt längſt verſchwunden und die Luſt, ſich dem feuerſprühenden, ſtöhnenden Ungeheuer von Dampfwagen anzuvertrauen iſt ebenſo groß, als jener Widerwille damals war.

So ändert ſich ſchnell die Welt!

Stephenſon rechnete ſogar auf ſein Verſchwinden, und ſeine Rechnung erwies ſich als richtig, und der Gewinn wuchs in welchem Maße bis heute, das wiſſen wir Alle und leſen's alle Monate in den Zeitungen.

Nun endlich ſtand Stephenſon geachtet, bewundert und verehrt da! Nun endlich erkannte man, was man an dieſem Manne beſaß! Die, welche einſt ſo hämiſche und boshafte Urtheile über ihn in die Welt hinausgerufen, ſchwiegen mit Beſchämung, als ſie ſelbſt die Ergebniſſe ſeines Denkens, ſeines Fleißes und ſeiner Ausdauer ſahen, und die Ehrlichen unter ihnen thaten ihm im Stillen oder laut Abbitte.

Jetzt, wo man das Gelingen einer mit Locomotiven befahrenen Eiſenbahn vor ſich ſah, den Erfolg zu berechnen vermochte; wo, trotz des Dampfwagens, die Aerndten geriethen, keine Peſt das Land heimſuchte und Gottes Zorn ſie nicht durch den Blitz vernichtete, wie man früher geglaubt und prophezeiht hatte, jetzt, ſage ich, konnte es nicht ausbleiben, daß man auch in Mancheſter und Liverpool wieder daran dachte, das Projekt aufzunehmen, das man dem Wahne eines irregeleiteten Volkes preisgegeben. Man hätte ja ſtockblind ſein müſſen, wenn man nicht die unermeßlichen Vortheile für Liverpool's Handel und Mancheſters Fabrikthätigkeit hätte erkennen wollen, die durch dies zwar neue, aber höchſt werthvolle und erfolgreiche Verkehrsmittel hervorgerufen werden mußten.

Wie einſt der deutſche Kaiſer, wenn er nach ſeiner Krönung den Ritterſchlag zu ertheilen hatte, durch den Herold ausrufen ließ: Dalberg vor! So hieß es hier: Stephenſon vor! Denn ohne ihn konnte ja ein ſolches Unternehmen, das gegen die vollendete Stockton-Darlingtoner Bahn ein Rieſenwerk war, nicht ge⸗ dacht werden, und Stephenſon war da, und bot ohne Unmuth über früher erlittene Unbill ſeine Hand dazu.

Wenn man aber annehmen wollte, alle Hinderniſſe ſeien dort üͤberwunden geweſen, ſo hätte ſich dieſe Vorausſetzung als falſch erweiſen müſſen, denn die Eigenthümer der Kanäle, auf welchen bis jetzt die Baumwolle nach Mancheſter verſchifft worden war, bäumten ſich rieſenhaft dagegen, obgleich das Kapital, welches ſie einſt auf die Anlage dieſer Kanäle verwendet hatten, längſt wieder in ihre Geldſäcke zurückgefloſſen war, und der ungeheuere Gewinn dazu. Ebenſo waren die Landedelleute und großen Herren, durch deren gewaltige Landgüter die Eiſenbahnlinie laufen ſollte oder mußte, die allererbittertſten Gegner der Bahn.

Flugſchriften erſchienen und wurden unter das Volk freigebig vertheilt, welche dieſe Eiſenbahn als ein Werk des Teufels ſchilderten und wieder alle die

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