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er hatte Recht. Als in nicht fernen Zeiten dieſe Eiſenbahn eine halbe Million Tonnen jährlich an die Küſte des Meeres zu verführen hatte, und es ſich erwies, daß gerade daraus und zu dieſem Satze ein ſehr bedeutender Gewinn erzielt wurde, der mit dem ſtets wachſenden Kohlenverbrauche auch in ſteter Zunahme blieb, da lächelte Stephenſon zum dritten Male und der edle Graf Durham und ſeine Mitbetheiligten zogen etwas ſäuerliche Geſichter. Sie erkannten, daß ſie ſich ſelbſt geprellt, indem ſie Andre prellen wollten. So ſollte es immer in der Welt geſchehen, wenn Eigennutz, Falſchheit und Hinterliſt dem Nebenmenſchen einen Streich ſpielen will.
Das Verhältniß der Eiſenbahn geſtaltete ſich gegen alles Erwarten höchſt vor⸗ theilhaft. Die, welche ſie im Voraus grundſätzlich verderben wollten, mußten ihre Förderer werden, ohne daß ſie es wollten, und je mehr Geiz und Habſucht ihre Seelen beherrſchten, deſto mehr machte es ihnen Aerger, daß ſie blinde Gegner geweſen und nicht Theilnehmer mehr werden konnten.
Graf Durham hätte nun gerne den Parlamentsbeſchluß aufgehoben, den er einſt hohnlachend bewirkt, wenn er gekonnt hätte, oder— wäre ſehr gerne und noch lieber Theilhaber der Bahn geworden. Doch dafür war geſorgt, daß die Wüfüihen Bäume nicht in den Himmel wuchſen, und das war vollkommen
echt!—
Stephenſon lächelte wieder und ſagte: Nur ruhig, es wird noch beſſer werden! Meint Ihr denn nicht, daß, wenn erſt einmal das noch immer wuchernde Vorurtheil gegen das Reiſen mit der Eiſenbahn wird überwunden ſein; wenn die Leute erkennen, welch ein unberechenbarer Gewinn, der Gewinn an Zeit iſt, und wie viel ſie dabei erſparen an Koſten für Aufenthalt und Zehrung, ſo werden durch den Perſonenverkehr noch ganz andere Ergebniſſe ſich herausſtellen, die wir in dieſem Augenblicke noch gar nicht berechnen können!
Das war eine wahre Prophezeihung!
Im erſten Anfange der Bahn war der Perſonentransport gar nicht in Betracht gekommen. Der Kohlen gedachte man lediglich und alleine.
Stephenſon, in deſſen Geiſte eine wirklich wunderbare Vorausſicht lag, faßte auch dieſen Geſichtspunkt ſcharf in's Auge und erkannte mit Sicherheit und Gewißheit, daß daraus eine angemeſſene Einnahme für das Unternehmen der Bahn hervorgehen müſſe. Dennoch gelang es ihm kaum, ſeine Mittheilhaber dazu zu bringen, daß er Perſonenwagen bauen dürfe. In dieſem Punkte waren ſie völlig mißtrauiſch und ungläubig.
Mit vieler Muͤhe gelang es ihm, daß— und ich gedenke dieſes Umſtandes gerne, weil er in unſern Tagen höchſt komiſch erſcheinen muß, und weil er der unbeachtete Ausgangspunkt, der unſcheinbare— der unabſehbaren Reihe von Perſonenwagen iſt, welche unabläſſig unſere Locomotiven herzu und davon führen — ich wiederhole: Mit vieler Mühe gelang es ihm, als ſchon die Bahn weit gediehen war, es durchzuſetzen, daß Ein Perſonenwagen hergerichtet werde, und zwar verwendete man dazu einen alten unbrauchbar gewordenen Poſtwagen, der den Namen:„Königin Charlotte“ trug.
Wir können ohne Lächeln daran nicht denken; aber ſollten es einſt die er⸗ fahren, welche über unſern Gräbern wandeln und noch großartigere Entwick⸗ lungen erleben und ſehen werden, die werden über die Thatſache, noch mehr aber üher den Mann in Erſtaunen gerathen, deſſen Blick durch den Nebel, der die Zukunft deckt, die unermeßliche Entwicklungsfähigkeit deſſen erſchaute, was er
erfunden und in die Wirklichkeit verſetzt hatte.
Er huldigte demſelben immer richtigen Grundſatze, der ſpäter in der außer⸗ ordentlichen Herabſetzung des Briefbeförderungsgeldes in England und auch dem Feſtlande zu Grunde gelegt und in ſeiner Folgerichtigkeit erkannt wurde, dem nämlich: Gebet den Leuten Gelegenheit, wohlfeil und ſchnell zu reiſen, und es werden ſo Viele reiſeluſtig werden, daß die große Zahl der Reiſenden gerade den billigen Preis zum Grunde großen Gewinnes macht, oder auf die Briefpoſt angewendet: Setzet das Porto oder das Beförderungsgeld ſo geringe als


