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Geſichtskreis auf; es erſchloß ſich ihm das klare Verſtändniß von Dingen, die ihm bisher Räthſel geblieben waren, und wie ſeine Fähigkeiten ſich erweiterten, ſchwoll ſein Eifer, das zu verwirklichen und zu geſtalten, was er als reifge⸗ wordene Frucht ſeiner Erkenntniß in ſich trug.
Ich habe es unterlaſſen, zu bemerken, daß Georg längſt nicht mehr im älterlichen Hauſe war. Man hatte ſeine Gaben erkannt und gewürdigt und ihn mit höherem Lohne als Bremſer nach Wellington Quai verſetzt. Er nahm nun ſchon in der Woche ſeine zwölf Gulden ein, konnte ſeine Eltern unterſtützen und anſtändig leben bei ſeinen beſcheidenen, einfachen Anſprüchen an das Leben. Er lebte überhaupt, wie er die liebe Gewohnheit aus dem älterlichen Hauſe mit in die Fremde genommen hatte, ſehr einfach, beſcheiden und mäßig, und ſuchte ſich Etwas zu erſparen— denn er dachte daran, ſich einen eigenen Hausſtand zu gründen.
Er hatte ein liebenswürdiges, ſanftes, beſcheidenes und thätiges Mädchen, Fanny Henderſon, kennen gelernt und liebgewonnen. Sie war arm, wie er, noch ärmer, aber ſie hatte arbeiten gelernt, und er verſtand es aus dem Fun⸗ damente. Das war ja ein Vermögen, das nicht Jeder hat, und gab Gott ſeinen
„Segen dazu, ſo war es beiden nicht bange um die Zukunft. Sein Wahlſpruch
war: Ausdauer und Fleiß, und der Ihre: Fleiß und Sparſamkeit, und wenn dabei das Hauptbedürfniß nicht mangelt: die Gottesfurcht, und das Bet' und arbeit', das Herz und die Hand regiert, dann iſt ein Fundament gewonnen, darauf ein einſtöckig Häuslein und drinnen das Familienglück wohl ruhen mag.
Und ſo wurde es. wirklich im Jahre 1802.
Wer dieſe kleine Hütte geſehen hätte, wäre gewiß erſtaunt, wie die zwei jungen Gatten wirthſchafteten. Natürlich fehlte da Viel, und dazu reichte das Geld nicht immer. Ein Menſch wie Georg Stephenſon hielt, wenn's nicht unumgänglich nöthig war, das Geld zuſammen und ſeine ſanfte, liebe Fanny ab es noch weniger gerne aus ihren niedlichen Fingerchen. Beide aber fanden inge genug, die nicht gut zu entbehren waren. Kurz beſonnen, machte er ſich daran, ſie in ſeinen freien Stunden ſelbſt zu machen— und ſiehe da, es gelang herrlich, ja, weit beſſer, als Schreiner, Schloſſer, Blechſchmied u. ſ. w. es machten, denn er hatte das erfinderiſche Geſchick, an Allem und Jedem, was er in ſeine Hände nahm, Verbeſſerungen anzubringen. Seine kleine Stube um⸗ ſchloß die Werkſtätte der verſchiedenſten Handwerke..
Fanny ſchneiderte die Kleider, die er, wie der kunſtfertigſte Zuſchneider in einer Schneiderwerkſtätte, ihr in die Hand ſchnitt.
Er flickte ihre und ſeine Schuhe und Stiefel und machte Neue; er hobelte Tiſche und bequeme Stühle; er fertigte die Blechgefäße der einfachen Küche, und, als Gott ſie mit einem Kinde ſegnete, eine ſo ſchöne Wiege, als man ſie ſehen konnte. Glücklichere Menſchen umſchloß England nicht! Wie aber Stephenſon aus Allem Nutzen und Erwerb zu ziehen verſtand, ſo wurde er der Zuſchneider füͤr die Kleider aller Arbeiter in ſeinen freien Stunden und ſein Maß war ſo richtig, ſein Schnitt ſo paſſend und ſchön, die Kleidungsſtücke darnach ſo paſſend, daß auch daraus für den beſcheidenen Haushalt ein ſchöner Zuſchuß erwuchs— und— wußten die Frauen nicht zurechtzukommen, ſo war Fanny’s Nadel bei der Hand und fertigte für einen angemeſſenen Lohn die Kleider. Sie hatten ihr redliches Auskommen, und Fanny ſammelte die Er⸗ ſparniſſe zu einem kleinen Hausſchatze, einem Spar⸗ und Nothpfennig an.
Da lacht unſer Einem das Herz, wenn er ſolchen Haushalt im Geiſte ſieht, aber wie wenige gleichen ihm heutzutage!—
Es war gerade, als wenn ſie es geahnet hätte, daß Ungluͤck über ſie kommen würde. Das kam wirklich. Eine furchtbare Feuersbrunſt brach in Wellington Quai aus, und auch ihre Hütte wurde ergriffen.
Nur Weniges konnten ſie retten. Fanny war untröſtlich. Georg beruhigte ſie und war in ſich gewiß, daß der Herr ihnen wieder helfen werde. An ſeinem
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