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allen Seiten auszubilden, ein tüchtiger Menſch zu werden; es iſt, wie man im emeinen Leben ſagt, nicht einmal eine Kunſt; aber unter der niederbeugenden daft der Armuth und Niedrigkeit, und beſonders dem Mangel an Bildungs⸗ mitteln, ſich eine Bahn zu brechen; Großes zu leiſten zum Segen für die Menſchenwelt, und ſich eine geachtete Stellung in der Welt zu erwerben. Das iſt, nächſt des Herrn Hülfe, gewiß ein Meiſterſtück und ich ziehe vor ſo Einem meinen Hut mit vollſter Ehrerbietung ab und noch viel mehr, wenn er nicht dem Dünkel huldigt, daß Er's gethan, ſondern in kindlicher Demuth hinaufblickt, von wannen denn doch allein alle Hülfe kommt.
Und ſo Einer iſt der Engländer Stephenſon nach allen Seiten und im vollſten Maße.
Das iſt's, was mich zu dem Manne beſonders hinzieht, und ihn, wie ich hoffe, auch meinen lieben Leſern theuer machen wird; aber das iſt nur der Eine Standpunkt; der andre iſt von ebenſo großer Bedeutung, der in der Frage liegt, was hat denn Stephenſon geleiſtet?— Was hat er der Welt gethan oder gegeben?
Heutzutage gibt es nicht mehr Viele, die nicht ſchon Eiſenbahnen geſehen oder auf ihnen gereiſt ſind. Der ſchnaubende, dahinraſende, unheimliche Dampf⸗ wagen, der Manchem zum Entſetzen war und deſſen Anblick ihm eine Gänſe⸗ haut überzog, iſt jetzt eine ſo allbekannte Sache; man vertraut ſich ſeiner Macht ſo unbedenklich an, wie Anno 11 einer frommen, alten Stute, welche wir vor das beſcheidene Wägelein ſpannten, um auf einer holperigen Landſtraße eine Reiſe von einigen Stunden, nach thränenſchwerem Abſchiede zu unternehmen. So war's, liebe Leſer, und ſo iſt's heute; aber iſt Euch denn nie der Gedanke durch die Seele gefahren, wer es geweſen, der dieſen Umſchwung der Dinge hervorgebracht oder vielmehr das hochbegabte Werkzeug in Gottes Hand, der Menſchenwelt und ihren Beſtrebungen Wege zu ebenen und ihren Reiſen, ihrem Verkehre und Handel, Flügel zu leihen, und die weiteſten Entfernungen zu durchfliegen mit der unberechenbaren Erſparniß an Zeit und Geld?—
Das war Georg Stephenſon, von dem ich erzählen will und wie er es geworden iſt.
Als man den Mann, der die Kraft des Waſſerdampfes zuerſt erkannte, es war ein Franzoſe, Namens Salomon de Caus, in's Narrenhaus ſetzte; als Napoleon nicht übel Luſt trug, den Erfinder der Dampfmaſchine, Fulton, dem edlen de Caus nachzuſchicken auf demſelben Wege, da ahneten ſelbſt große Männer es nicht, wie ſchwer ſie ſich an dieſen Männern verſündigten.
Man hatte die Einſicht, die Gabe der Beurtheilung ihrer gewonnenen Ueber⸗ zeugung noch nicht; aber daß man in der ſpäteren Zeit, nachdem man den Dampf als eine bewegende Kraft ſchon kannte, auch den tiefdenkenden Ste⸗ phenſon einen Narren und Schwindelkopf nannte, das iſt verwunderlich; doch wir wollen ſehen, wie das kam und wie er die Perückenhänſe und Querköpfe eſiegte!—
England iſt reich an mächtigen Steinkohlenlagern, und das fördert ganz außerordentlich ſeinen Gewerbfleiß.
In den Umgebungen des Fluſſes Tyne liegt ein unberechenbarer Schatz an dieſen Kohlen im Schoße der Erde und eine Menge Menſchen arbeitet in den dortigen Kohlengruben.
Die Stadt Newkaſtle am Tyne iſt der Mittelpunkt des dortigen Kohlen⸗ handels. Daß ſich in den tief unter die Erdoberfläche hinabreichenden Kohlen⸗ gruben viele Gewäſſer ſammeln, und, wenn ſie nicht ſorgfältig weggeſchafft würden, dem Baue der Gruben und Kohlen hinderlich, ja verderblich werden müßten, begreift ſich leicht.
Da hat man denn mächtige Pumpwerke errichtet, die Tag und Nacht fort arbeiten müſſen, um dieß gefährliche, hinabſinkende Waſſer zu entfernen, und ſo lange man noch keine Dampfmaſchine anwenden konnte, die Pumpe in ſteter Bewegung zu erhalten, mußten es Menſchen thun.


