Jahrgang 
1 (1858)
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Mehrere Gewächſe beſitzen die Fähigkeit den Samen, wenn er ſeine völlige Reife erlangt hat, eine Strecke weit fortzuſchleudern. Hierzu gehört der ſoge⸗ nannte Bombardierpilz, ein kleiner Schwamm, nicht dicker als eine Stecknadel; die Samenkapſel öffnet ſich durch die Sonnenwärme raſch, ſchließt ſich aber eben ſo ſchnell wieder, und da der Samen die Geſtalt einer unten etwas zu⸗ geſpitzten Kugel hat, ſo braucht er ſich nur ganz wenig zu heben, um von der raſch ſchließenden Kapſel fortgeſchnellt zu werden. Die wilde Balſamine(Bal- samina impatiens), häufig in ſchattigen Gebüſchen wachſend, erzeugt eine aus drei Theilen beſtehende Samenſchoote. Bei zunehmender Reife ſchwillt dieſe in der Mitte immer mehr an und platzt eben an dieſer Stelle zuerſt auf, weshalb die Körner gewaltſam ausgeſtreut werden, indem die Theile der Schoote ſich augenblicklich wie ein Stück Gummi Elaſticum wieder zuſammenziehen. Kann die Pflanze nicht allein den Samen nach einem andern Orte ſchaffen, ſo müſſen ihr andere Geſchöpfe dazu behülflich ſein. Jeder weiß, wie leicht die Klette ſich vermöge ihrer ſcharfen und gekrümmten Stacheln an Alles anhängt, was in ihre Nähe kommt; aber daß dies nur in der Abſicht geſchieht, um den Samen möglichſt zu verbreiten, hat wohl mancher nicht gedacht.

An ſumpfigen Gräben wächſt eine ſchmutziggelbe Blume, der ſogenannte Zweizahn(Bidens tripartita). Die Samenkörner gleichen faſt denen der Sonnenblume, ſind nur kleiner und laufen am oberen Ende in drei Spitzen aus, an denen man, ſowie an den beiden Seiten des Korns, eine Menge ſehr feiner Widerhaken bemerkt. Hiermit dringen ſie namentlich in wollene Kleider, den Pelz der Thiere und uͤberhaupt in Alles, was ſich ihnen naht, und klammern ſich ſo feſt, daß man ſie nur mit Mühe wieder ent⸗ fernen kann.

Auch die Thiere müſſen alſo dazu helfen, daß die Pflanzen

M verbreitet werden. Denn wie würden ſonſt auf alten Mauern, an Thuürmen und Vorſprüngen Vogelbeeren und andere Sträucher gefunden werden, wenn die Samenkörner nicht durch Thiere dahin geſchleppt worden wären? Schließlich iſt die kugel⸗ oder walzenförmige Geſtalt vieler Samengattungen der Bewegung äaußerſt gün⸗ ſtig und es bedarf nur eines kleinen äußeren Anſtoſſes, um ſie wenigſtens von dem Stamm zu entfernen und ihnen an einer andern Stelle einen geſunden Wohnplatz zu verſchaffen. Denn zum kräftigen Gedeihen der meiſten Pflanzen iſt es erforderlich, daß ſie nicht ſtets an demſelben Orte gezogen werden. Auch läßt ſich ſchon aus der Form des Samenkorns auf ſeine inneren Beſtandtheile ſchließen. Diejenigen, welche eine vollkommene Kugel bilden, aber keine glatte Fläche haben, enthalten meiſt ölige Subſtanzen; nähert ſich ihre Geſtalt mehr einem Cylinder oder einer Walze, ſo beſitzen ſie mehlige Theile, und dies nimmt ab, je größer das Verhältniß des Durchmeſſers zur Höhe wird.

Georg Stephenſon. Züge aus dem Leben dieſes ausgezeichneten Mannes. Von W. O. von Horn.

Vielen Leſern der Maje iſt der Name des Mannes, von dem ich hier Eins und das Andere berichten möchte, gänzlich unbekannt. Dennoch kann mich das nicht abhalten, ſie mit ihm bekannt zu machen. Dazu beſtimmen mich zwei Gründe, von denen ich vorerſt Rechenſchaft geben will.

Allemal, wenn meine Blicke bei einem verdienſtvollen Manne weilen, der ſich an des Herrn Hand heraufrang aus durftigen, gedrückten Lebensverhält⸗ niſſen, freut ſich meine Seele. Das iſt kein Meiſterſtldk, geboren im Gluͤcke, gehätſchelt vom Gluͤcke, im Beſitze aller Mittel, um die geiſtige Kraft nach