434 Der Goldschmied Jancovius.
daher nur wenige Tage vor dem Auffinden dorthin könne gebracht worden ſein. Der Weg von Jancovius' Hauſe nach der Poſt führe über den Markt. Neben Galle be⸗ finde ſich ein offener Waſſertrog(dieſen mögen die Thäter nach der Ermordung zur Reinigung benutzt haben).
Die ſeparirte Träger bekundet, daß ſie einmal bei der Jancovius blaue Flecke auf der Schulter bemerkt, welche, wie ſie ſelbſt geſagt, von Dittmann herrührten. Die Jancovius habe hievon ihrem Mann nichts ſagen wollen, weil dieſer den Dittmann viel zu lieb habe.
Ueber ihren Mann habe ſich die Ermordeke niemals be⸗
ſchwert. Von der verehl. Dittmann ſei ihr einmal et⸗ was von einem Zanke zwiſchen ihr und der Jancovius mitgetheilt, wobei erſtere ſelbſt geäußert haben ſollte, daß es ihr, der Jancovius, nicht gut gehen würde, wenn ſie einmal ihrem Manne, Dittmann, unter die Hände fiele.— Die verehl. Dittmann gibt zwar dieſe Mit⸗ theilung zu, kann ſich aber der letzten Aeußerung nicht mehr entſinnen. 1u Nach der Ausſage der verehl. Volk hat Jancovius in letzter Zeit ſeine Frau ſehr gut behandelt. Dieſe habe ihr noch einige Tage vor ihrem Tode erzählt, wie ihr Mann bei ihrer letzten Ohnmacht ſie ſo lange ge küßt und geſtreichelt habe, bis ſie erwacht ſei. Auch habe ſie ihr geſagt, daß ihr Mann das erſte Jahr nach ihrer Rückkehr ſehr gut gegen ſie geweſen ſei, daß er ſie aber ſpäter vernachläſſigt habe. Nach erfolgter Section iſt die Zeugin bei Jancovius geweſen.„Es ſei Niemand anders als Dittmann geweſen“, habe er geſagt;„der Mörder aber werde entdeckt werden, noch ehe das Blut
vertrocknet ſei!“ Der Rechtsanwalt Pohle ſchildert die ehelichen Ver⸗
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