————
430 Der Goldschmied Jancovius.
hat, ſagt aus, daß ihre Herrſchaft mit Dittmanns auf freundſchaftlichem Fuß geſtanden; nur die verehlichte Jan⸗ covius habe Furcht vor dem Mann gehabt,„weil die⸗ ſer ſchon ſo tückiſch ausſähe“.
Es folgt jetzt die Vernehmung derjenigen Perſonen, welche mit dem Angeklagten Jancovius am Abend der That in der Galle'ſchen Tabagie geweſen ſind. Der Gaſtwirth Galle ſelbſt ſagt, daß Jancovius zweimal an jenem Abend bei ihm geweſen. Wie ihm Andere mitgetheilt, ſei er das zweite mal zwiſchen 7 und ½ 8 gekommen, und um 8 Uhr fortgegangen. Vor 7 Uhr
ſei er gewiß nicht gekommen, da die Mehrzahl der Gäſte
ſich erſt um dieſe Zeit einfänden.
Der Drechslermeiſter Hagermann hat es zu Hauſe ſieben ſchlagen hören, und könnten, als er bei Galles eingetreten, nur wenige Minuten an 4 8 gefehlt ha⸗ ben. Jancovius ſei aber ſchon damals von ihm ange⸗ troffen. Derſelbe habe einen dunkeln Oberrock getra⸗ gen, der bis oben zugeknöpft geweſen, ſodaß man von der Wäſche nichts habe ſehen können.
Der Klempnermeiſter Köhler hat um ½ 7 Uhr, wo er zu Galles gegangen, Jancovius noch nicht angetrof⸗ fen; erſt vielleicht 25 Minuten bis eine halbe Stunde nachher ſei er eingetreten, etwa um ½ 8 Uhr.
Der Schmiedemeiſter Gäbler ſagt aus, daß der Schloſſermeiſter Köhler fünf bis zehn Minuten nach ½ 8 Uhr eingetreten ſei, wie er ſich nach der Galle'ſchen Uhr über⸗ zeugt habe.
Der Kaufmann Payn will kurz nach 7 Uhr in die Galle'ſche Tabagie gekommen ſein; bald darauf, vielleicht fünf, höchſtens zehn Minuten nachher ſei Jancovius eingetre⸗ ten. Dieſer habe geſagt:„es ſei ihm nicht recht; es ſchaure ihn ſo ſehr, das müßten wol die Hämorrhoiden ſein!“


