Zeitschriftenband 
24 (1856)
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Mädchen gibt jedoch ihre Ausſage ohne Anzeichen von Aufregung, ſondern mit großer Ruhe und Beſtimmt⸗ heit ab. Man muß annehmen, daß ſie das Gefühl um ihre unglückliche Mutter bereits überwunden hat. Sie ſchildert die Mishelligkeiten zwiſchen ihren Aeltern und wie ſich die Mutter öfters nach einem ruhigen Leben geſehnt. Der Vater ſei dieſer feindlich geſinnt ge⸗ weſen. Die Ermordete habe ſeit geraumer Friſt öfters und unter Thränen zu ihr geſagt, ſie wollten das Haus wieder verlaſſen, wo möglich nach einer andern Stadt ziehen. Streitigkeiten wären häufig vorgekommen, ohne

Der Goldschmied Jancovius.

jedoch in Thätlichkeiten überzugehen. Am Abend der

That hat die Zeugin bereits um 7 das Haus verlaſſen, ebenſo ſei auch der Vater im Begriff gewe⸗ ſen, fortzugehen. Ueber ſeine damaligen Kleidungsſtücke weiß ſie nichts. Um 8 Uhr ſei ſie nach Hauſe gerufen und habe ihre Mutter ermordet gefunden. Ihr Ver⸗ dacht ſei ſofort auf den zugegen geweſenen Dittmann gefallen, denn dieſer habe entſtellt ausgeſehen. Dann habe ſie den Schmuck vermißt. In der Nacht nach der That habe ihr Vater Briefe geſchrieben, die er noch um 4 Uhr Morgens auf die Poſt getragen. Die Schlüſſel am Nagel der Thür, wo ſich die blutige Hand abge⸗ drückt, und welche gleich an demſelben Abend vermißt worden, wären ihr vom Vater am Begräbnißtage aus⸗ gehändigt. Die ſchwarze Wäſche werde auf einer Bo⸗ denkammer, die weiße dagegen zum Theil in der Kam⸗ mer neben der Mehlich aufbewahrt. Beim Holz⸗ hauen, wobei ſich ihr Vater die Wunde zugefügt, habe er den Pelz getragen; ob er aber ſpäter den grauen Rock angezogen, wiſſe ſie nicht.

Auf Inſtanz des Staatsanwalts wird dieſe Zeugin unvereidet entlaſſen.