Zeitschriftenband 
24 (1856)
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Vorwort. XI

den Vorfall und die Umſtände in der Vollſtän⸗ digkeit aufzunehmen, wie ein namhafter Mann und Schriftſteller, aus der Sprache der Acten und am Orte ſelbſt alle Nachrichten ſammelnd, den Pro⸗ ceß erzählt hat.

Schon beim Anfang des Proceſſes gegen den Goldſchmied Jancovius in Guben wurden wir von verſchiedenen Seiten aufgefodert, denſel⸗ ben mit Aufmerkſamkeit zu verfolgen. Es iſt merkwürdig, daß dieſe grauenvollſte, mit Blut getränkte Tragödie, von der in unſern nordiſchen Län⸗ dern vergeblich eine ähnliche aufzuweiſen ſein wird, bisher in die Oeffentlichkeit kaum gedrungen iſt. Wir freuen uns, den Leſern von der Hand ei⸗ nes bewährten Juriſten eine, nach der gewiſſen⸗ hafteſten Prüfung alles Ermittelten, actenmäßig er⸗ ſchöpfende Darſtellung dieſes Falles vorlegen zu können. Der Canibalismus der That, die ſoge⸗ nannte Bildung des Verbrechers, der heuchleriſch bald mit Sentimentalität, Tugend und Frömmigkeit, bald mit Heroismus ſich überkleiden will, ſind von pſychologiſchem Intereſſe, wenn gleich zu bedauern iſt, daß die gewiſſenhafteſte Forſchung der Richter und ſpäterhin anderer Perſonen, auch der Geiſt⸗ lichen, das Dunkel in der That, den Motiven und den zutretenden Umſtänden nicht ganz aufzu⸗ hellen vermocht hat. Der verdienſtliche Verein gegen Thierquälerei in München wird in die⸗