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Seidenfaden.
die Heimat, an die Seinigen. Er hoffte von ihnen Nachrichten zu erhalten, und näherte ſich durch vorſich⸗ tige Fragen. Er warf hin, daß er in der Gegend auch bekannt ſei, da er einmal in der Nähe als Kellner con⸗ ditionirt. Die Jagd nach Neuigkeiten fiel aber ſpärlich aus. Nach vielen Kreuz⸗ und Querfragen nahm er ſich endlich den Muth, von den Vorfällen in Obernkirchen zu ſprechen. Er wußte von dem Todtſchlag am Bückeberg, und fragte, wie es denn mit denen ſtände, die damals feſtgenommen worden? Der Matroſe antwortete: der Eine iſt geköpft worden, der hieß Möller, und der An⸗ dere iſt entſprungen, der hieß Seidenfaden.— Dem Sergeanten ſchlug das Herz; er fragte zu raſch: wie es denn Seidenfaden's Frau und Kindern erginge; es möge ihnen wol recht ſchlecht ergehen? Null erwiderte: die Frau werde feſtgehalten und müſſe Zwangsarbeiten thun, bis Seidenfaden zurückkehre.
Seidenfaden erſchrak. Er konnte es zwar nicht glau⸗ ben, aber die ruhige Beſonnenheit, die er bis da beob⸗ achtet, hatte ihn verlaſſen, und er ward eindringlicher mit ſeinen Erkundigungen. Beſonders forſchte er nach dem Schickſal der Kinder.— Mit einem male ſchoß im Matroſen Null ein Verdacht auf, und ebenſo ſchnell fuhr es ihm von den Lippen:„Am Ende ſeid Ihr wol ſelbſt der Seidenfaden!“
Der Matroſe ging ſeiner Wege, che der Sergeant geantwortet hatte. Seidenfaden war innerlich beſtürzt, glaubte aber, daß er es nicht habe merken laſſen. Der Matroſe aber hatte entweder ein argwöhniſch Gemüth, oder es war der allgemeine Haß, den die Seeratten gegen die Landratten empfinden, der tiefer geht als man glauben ſollte. Er freute ſich„einem ſolchen etwas an⸗ zuflicken“, oder möglicherweiſe hatte ihm auch die Phy⸗


