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Der Connetable Don Alvaro de Luna. 3
theil, welches er darnach über ſeinen Charakter und ſein Wirken geſchöpft hat.
Freunde und Feinde ſtimmten überein, daß Alvaro mit ſeltenen Eigenſchaften ebenſo des Körpers, als der Seele begabt war. Keiner ſeiner ritterlichen Zeitgenoſſen übertraf ihn darin, keiner kam ihm gleich. Zwar nur von mittlerer Größe, war doch ſein Wuchs ſchlank und voll Anmuth; er beſaß eine ungewöhnliche Körper⸗ kraft, die er auch im Alter nicht verlor, weil er ſich in beſtändiger Uebung erhielt, dazu waren alle ſeine Bewe⸗ gungen elaſtiſch und ſicher. Im Haus⸗, im Hofkleid und im Harniſch, Wolle und Eiſen ſchienen ſich nach dem Ebenmaß ſeiner Glieder zu fügen. Auf der Jagd, bei den Turnieren und in der Schlacht, überall war er auf ſeinem Fleck, den Andern voran. Seine lebhaften Au⸗ gen ſchienen Alles zu durchdringen, im raſchen Spre⸗ chen ſtieß er dagegen etwas an. Ernſt und würdevoll, wo es galt, konnte er doch auch herzlich lachen, wenn die Dinge darnach waren, und war ein Kenner und Gönner der Künſte feiner Rede. Er liebte die Poeſie und verſuchte ſich auch wol ſelbſt darin. So war er ein Freund Juan de Mena's, der ſeiner Zeit für das erſte Genie Spaniens galt. Gegen die Damen war er ſehr galant und aufmerkſam, und beſonders wird von ihm gerühmt, daß er in ſeinen Liebesabenteuern ſich ſtets verſchwiegen und discret gezeigt. In Kriegsthaten konnten Wenige ſeiner Zeit ſich ihm vergleichen, ſo in Feldherrntalenten, als in Muth, Geſchick und Kraft im Einzelkampfe. Ebenſo feſt, ſcharfſinnig und umblickend war er als Politiker.
Aber dieſe ungewöhnlichen Naturgaben wurden durch andere Eigenſchaften verdunkelt: einen Ehrgeiz und eine
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