Jahrgang 
23 (1855)
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2 Der Connetable Don Alvaro de Luna.

der abſolute Günſtling, dann der abſolute Miniſter ſei⸗ nes Königs und ſomit der unumſchränkte Regent des Reiches. Und mit vollem Recht, denn er war es, der in jenen Verwickelungen und Bürgerkriegen den Thron ge⸗ rettet hatte; man kann ſagen, den König zum Könige gemacht.

Die Geſchichte ſeiner außerordentlichen Thaten, im Kriege nach außen und im Bürgerkriege, in der Ver⸗ waltung, den Hofintriguen, in Liebe und ritterlicher Ga⸗ lanterie, ein Roman oder Stoff zu einem Epos, gehört nicht hierher. Unſer Werk kann es nur mit einer Tra⸗ gödie, ſeinem außerordentlichen Ausgang zu thun haben, den wir als ein Spiegelbild aufnehmen, wie man in der Blüte des Mittelalters Hochverrathsproceſſe gegen zu mächtige Vaſallen, Magnaten und Kriegsoberſten an⸗ fing und endete. Wenn Wallenſtein's Ausgang als der letzte Proceß dieſer Art angeſehen werden darf, ſo iſt der gegen Alvaro de Luna geführte gewiß einer der außerordentlichſten, und gewährt uns in ſeinen reichen, durch Chroniſten, Memoiriſten und Geſchichtſchreiber erhaltener Details die klarſte Anſchauung einer Zeit, die nicht mehr iſt und nicht wiederkommen kann.

Alvaro's ſämmtliche Titel und Berechtigungen ſind nicht nöthig aufzuzählen, wenn wir ſagen, daß er Ma⸗ jordomus des Königs, Connetable des Reiches, Mei⸗ ſter des Sanct Jagoordens war, daß er eine bewaffnete Leibwache hatte, eine Art Hofſtaat mit titulirten edeln Dienern, und ſo viel Güter, Schlöſſer, Städte, daß keiner der Chroniſten ſie vollſtändig aufzuführen wußte.

Wir ſchicken dafür lieber das Bild voraus, welches der letzte ſpaniſche Biograph oder Geſchichtſchreiber, der Chroniken und Urkunden, die von ihm handeln, kritiſch geſichtet hat, von ihm entwirft, und zugleich das Ur⸗

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