——
— n———
—— —
—
*
Der Connetable Don Alvaro de Luna. 1453.
Die Regierung Don Juan's II. von Caſtilien, welcher als Kind ſeinem Vater König Enrique III. auf dem Thron gefolgt, war eine ſtürmiſche, unruhige und da⸗ rum höchſt traurige für das Land. Der König ſelbſt, der, ſchwach und jämmerlich, nur in Momenten zu einer Willensanſtrengung und zu einiger Thätigkeit ſich auf⸗ raffte, ſchien zum Spielzeug Derer beſtimmt, welche ſich in ſeine Gunſt geſetzt und damit ſeiner bemächtigt hatten. Durch dreißig Jahre war das Reich der Schauplatz blu⸗ tiger Intriguen und Bürgerkriege unter den Großen und den Prinzen von Geblüt, welche ſich um die Herr⸗ ſchaft über den König ſtritten, oder die Krone ihm ent— reißen wollten. Inmitten dieſer Flut und Ebbe von Factionen, Liguen, Ueberfällen, Verträgen, die ſo oft gebrochen als beſchworen wurden, trat ein Mann auf von ſeltener Kühnheit und Kraft, der wie ein Licht in dieſes dunkle Gemälde ſtrahlt. Don Alvaro de Luna, dem die uneheliche Geburt von einem erlauchten Vater und einer Mutter von mehr als zweifelhaftem Rufe, nach damaligen ſpaniſchen Sittenbegriffen, keinen Eintrag that, weder an ſeinem Adel, noch um ſich zu den höchſten Würden und Ehrenſtellen im Reich aufzuſchwingen, ward XXIII. 1


