Jahrgang 
23 (1855)
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Vorwort. VII

ten Parteien; wie der religiöſe aber, der Glaube, allein den wahren Glauben zu beſitzen, zu den ſchwärzeſten und entſetzlichſten aller Verbrechen dieſe ſchwache Menſchennatur hinreißt; und wie alles Das, was die Geſchlechter vor uns darin mit er⸗ lebt, mit durchgemacht und durchgedacht, für die Nachfolgenden weder zur Lehre, noch zur War⸗ nung ward. Wenn keinen andern, ſchöpfen wir doch den Troſt daraus, daß die Anklage, welche den Geſchlechtern der Gegenwart ein von den vorangehenden nicht erreichtes Maß der Sünde und Gottloſigkeit aufladen möchte, vor dem Forum der Geſchichte eine haltloſe iſt.

Wenn viele Leſer die Proceßgeſchichten eines Antonio Perez, einer Gräfin von Somerſet, eines Miguel Serveto, die rührende von den Adebar und Schlieffen in Colberg, von William Prynne und dem Morgenſtern der amerikaniſchen Freiheit u. A. überſchlagen haben ſollten, aus Furcht vor den Jahreszahlen 1600 1500 oder gar 1400, ſo wird es freilich nicht helfen, wenn wir ſie nach träglich verſichern, daß, was ihnen fern darin zu liegen ſchien, nur in verſchiedener Geſtalt und anderer Färbung oft genug in ihrer Nähe ſich zu⸗ trug; es darf uns aber nicht abhalten zu dem Schatz von Verbrechergeſchichten unſerer Tage, zu den Proceſſen, welche ebenſo reich an pſychologi⸗ ſchem als novelliſtiſchem und oft dramatiſchem In⸗