VI Vvorwort.
ſind es, hoffen wir, Diejenigen, welche mit uns eine zu kritiſchen Vergleichen auffordernde Zuſam⸗ menſtellung fodern. Wenn jene nichts aus alten Zeiten, halb der Geſchichte Angehöriges, wollen, ſo tönen auch andere Stimmen zu uns, die un⸗ ter den gräßlichen Raub⸗, Mord⸗, Vergiſtungs⸗ und Unzuchts⸗Geſchichten aus unſerm bürgerlichen Leben, wie in der Wüſte nach einer Qaſe, nach den hiſtoriſchen Fällen ſich ſehnen, als wie nach Höhen, wo die Stürme zwar auch, und furchtbar, wüthen, aber dafür reinere Luft weht. Zwiſchen inne wird es Leſer geben, welche vor allem im Verbrecher den Menſchen ſtudiren wollen, gleichviel wo, bis da hinab, wo er zum Cannibalen, Raub⸗ thier, ja, wie dieſer Theil einen Fall erwähnt, zum beſtialiſchen Menſchenfreſſer wird, und bis da hinauf, wo er im Glanz des Reichthums und Adels mit dem Euripidäiſchen Prätendenten der Maxime huldigt, daß um eine Krone auch ein Verbrechen erlaubt ſei. Und für ſie iſt es von Intereſſe, die Grundzüge des Verbrecherthums, das uns täglich vor Augen tritt, nicht allein in den verſchiedenen Ländern, ſondern auch in den verſchiedenſten Zei⸗ ten zu verfolgen: wie die Menſchennatur allüberall dieſelbe bleibt, nicht allein die wilden Triebe der
Leidenſchaften, des Ehrgeizes, der Selbſtſucht in allen
ihren Geſtaltungen, ſondern auch der Wahn, der Fanatismus, der herrſchenden wie der unterdrück⸗


