452 Ein Raubmord in Kurhessen.
ankam, eine für Beider Leumund ungünſtige Antwort zurückgeſchrieben ward.
Der eine der Thäter, Georg Müller, dem ſein Ge⸗ wiſſen nicht Ruhe, nicht Raſt ließ, war inzwiſchen nach Niederheſſen gereiſt, um das Terrain zu recognoſciren und zu erfahren, ob der Verdacht wegen der inzwiſchen ruchbar und überall bekannt gewordenen Mordthat auf ihn und ſeinen Genoſſen gefallen ſei. Sein Verhängniß führte ihn in das Wirthshaus von Heerwagen in Kaſſel, hier mußte er, die geraubte Uhr, erkannt werden, und ſeine Verhaftung erfolgte in der angegebenen Art.— Bald darauf ward, auf Requiſition des kaſſeler Gerichts, auch Jakob Roßbach gefaßt und nach Kaſſel gebracht.
Als man Beide im Fortgang der Unterſuchung nach Haina an Ort und Stelle der Mordthat ſchaffte zur Conſtatirung des Thatbeſtandes, fand Georg Müller Ge⸗ legenheit zu entfliehen. Die Gefangenen waren durch die damaligen Landſturmmänner transportirt worden, welchen die militäriſche und polizeiliche Aufmerkſamkeit abging, und der Flüchtling blieb verſchwunden, weshalb die Specialunterſuchung gegen Roßbach allein eröffnet werden konnte. Jetzt erſt, erfahren wir, daß von der Witwe des ermordeten Kaufmann Hau gerichtliche Notiz genommen war. Aber ſie lebte im Bairiſchen und erſt auf Requiſition der dortigen Gerichte ward ſie vor das kaſſeler Gericht citirt, um die Kleider und Effecten ihres Mannes anzuerkennen. Dies geſchah, und auch aus ver⸗ ſchiedenen andern Angaben ward die Identität des Er⸗ mordeten mit dem Kaufmann Hau aus Boppenhauſen außer Zweifel geſetzt.
Jakob Roßbach legte endlich in der Specialunter⸗ ſuchung das vollſtändige Bekenntniß ab, wie wir es ge⸗ geben, und ward, nachdem das erſte Todesurtheil durch


