448 Ein Raubmord in Eurhessen.
legte Roßbach endlich ein vollſtändiges Bekenntniß ab, welches mit den anderweitigen Ermittelungen ſtimmte.
Jakob Roßbach aus Sterbefritz und George Müller aus Schwarzenfels in der Provinz Hanau, Beide noch ſehr junge Leute, waren in ihren Handelsgeſchäften un⸗ glücklich geweſen; ſie waren als Handelsleute zu Grunde gegangen. Da ſie nicht mehr wußten, womit ſich und ihre Familie erhalten, hatten ſie die Abſicht, ſich als Freiwillige in der Hauptſtadt zu geſtellen. Der zweite Krieg mit Frankreich war nach Napoleon's Rückkehr von Elba ausgebrochen. Der landesherrliche Aufruf verhieß Denen, welche ſich freiwillig zu den Waffen ſtellten, nach Beendigung des Kriegs einen Anſpruch auf Verſorgung. Es ſchien ihnen dies ihre einzige Ausſicht, und in der Abſicht, ſich zum Dienſt zu melden, waren ſie nach Kaſſel gekommen und beim Wirth Ziller in der Unterneuſtadt eingekehrt.
Der Zufall führte ſie an dem Morgen in die Gaſt⸗ ſtube des Wirths Heerwagen. Sie machten ebenſo zu⸗ fällig die Bekanntſchaft des Leinenhändlers Hau. Durch ſeine Geſprächigkeit und Treuherzigkeit erfuhren ſie, daß er viel baares Geld bei ſich führe, daß er um deshalb einen ſichern Boten nach Haina ſich beſtellt hatte. Ob der Eine oder Beide ſchon die teufliſche Abſicht gefaßt, ob ſie ſich durch Winke verſtändigt haben, wird uns nicht mitgetheilt. Wenigſtens von einem innern, dun⸗ keln Drange getrieben, rücken ſie in affectirter Vertrau⸗ lichkeit dem ſo ſchwer wiegenden Manne auf den Leib, erbieten ſich ihn zu begleiten, verſprechen, das Felleiſen zu tragen, und trinken endlich auch Brüderſchaft mit ihm.
Dann überreden ſie ihn, nur noch einmal mit ihnen beim Wirthe Ziller anzuſprechen, um da auch ihre Sachen einpacken und mitnehmen zu können. Hier— was cha⸗
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