Jahrgang 
21 (1854)
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Ein Raubmord in Kurhessen. 441

alle dieſe Zwangsmaßregeln nicht anſchlagen wollten, ver⸗ ſuchten ſie durch ein beſonderes Schreckmittel den ver⸗ ſtockten Sinn des Böſewichts aufzuſtacheln: der Gerichts⸗ diener Hoffmann wie die ſpätere gerichtliche Unter⸗ ſuchung ergab ging in ſeiner Leidenſchaftlichkeit ſo weit, daß, nachdem er am Abende dem Gräbe auf näch⸗ ſten Tag mit dem ſpaniſchen Bock und der Folter ge⸗ droht und dadurch den harten Sinn erweicht zu haben glaubte, er ihm in der darauf folgenden Nacht den Teu⸗ fel ſelbſt mit Hörnern, Schweif und Pferdefuß erſchei⸗ nen ließ.

Der Teufel, in Verbindung mit den Schlägen, dem Hunger und dem Froſt, erweichten ſeinen harten Sinn. Nach langer Haft bat Jakob Gräbe eines Morgens um

ein gerichtliches Verhör: er wolle ſein ganzes Schuld⸗

bekenntniß ablegen.

Amtmann und Actuar erſchienen und der Gefangene bekannte ganz unumwunden: Ja, er habe den Frem⸗ den im Hainaer Walde getroffen in der Nacht er habe ihn erſchlagen und beraubt. Auch auf die Frage: Ob er Theilnehmer an dem Verbrechen gehabt? antwor⸗ tete er ebenſo ſicher: Ja! Wer find ſie? Es ſeien in Allem ihrer fünf geweſen. Ihre Namen? Es ſind zwei Bürger Kothe aus Melſungen, ein Forſtläu⸗ fer Fehr und der geweſene Huſar Kratzenberg aus Spangenberg. Letztere waren wohlbekannt und wurden ſofort verhaftet, aber derer vom Namen Kothe waren gerade ein Dutzend in Melſungen und Gräbe konnte ſich der Vornamen ſeiner blutigen Genoſſen nicht entſinnen. Es wurden deshalb alle 12 Kothe eingezogen und mit ihm confrontirt, bis dahin ſämmtlich unbeſcholtene Bür⸗ ger. Gräbe ſah ſie ſich der Reihe nach an und bezeich⸗ nete den fünften und ſechsten Kothe als Thäter. Es

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