Jahrgang 
21 (1854)
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Helene Jegado. 7 als man ſich von allen Seiten bei der Erinnerung an ſo zahlreiche Sterbefälle bewegt fühlte, welche, ſo zu ſagen, ihren Durchgang in jedem Hauſe, wo ſie ſich aufgehalten, bezeichneten, und die Acten der Unterſuchung laſſen Dem, der ſie ſtudirt, die Uberzeugung, daß alle dieſe Todesfälle, oder wenigſtens der größere Theil, das Reſultat von Gift ſind, welches von Helene Jegado mit einer Kaltblütigkeit, einer Kühnheit und Verworfenheit, die man kaum begreifen kann, gegeben wurde.

Im Jahre 1833 trat Helene Jegado in Dienſt bei Herrn Ledrogo, Prieſter zu Guern. Vom 28. Juni bis zum 3. October deſſelben Jahres ſtarben in dieſem Hauſe nach zwei⸗ oder dreitägiger Krankheit ſieben Perſonen, unter ihnen die Schweſter der Angeklagten, Anna Je⸗

gado. Alle ſtarben in Folge von heftigem Erbrechen;

Alle waren von Helene Jegado gepflegt worden, die allein die Speiſen bereitete; ſie allein bliebaübrig, ſie allein im Hauſe war nicht einmal unpäßlich geworden. Hierauf war ſie in Bibry, um bei dem Pfarrvicar Lorho ihre Schweſter zu erſetzen. Hier ſtarben nach und nach in wenig Tagen an derſelben, mit denſelben Symptomen ſich äußernden Krankheit, wie bei den Bewohnern der

Pfarrei zu Guern, drei Perſonen: die Schweſter und

Nichte des Vicars und eine von den Tanten der An⸗ geklagten.

Sie begab ſich nach Locmine und trat bei Johanna Leboucher, einer Leinwandhändlerin, in die Lehre. Die Mutter dieſer Frau und ihre Tochter ſtarben hinter⸗ einander wie die Bewohner der Pfarrei von Guern und Bibry; Peter Leboucher wurde von demſelben übel er⸗ griffen, aber er hatte eine Abneigung gegen Helene Je⸗ gado gefaßt, wies ihre Pflege zurück und genas nach einer langen Krankheit. Die Angeklagte hatte einige