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Helene Jegado. 3
den Giftſtoff in ihr etzeugte, pflegte, nährte, bis er zur Manie ward?— auf alle dieſe Fragen bleiben die pu⸗ blicirten Gerichtsverhandlungen die Antwort ſchuldig, und zur Zeit iſt uns nicht bekannt, daß ein Richter hin⸗ ter den Schranken das Räthſel dieſes verruchten Unge⸗ heuers zu entziffern verſucht hat. Am meiſten, wenn nach dieſen dürftigen Mittheilungen Schlüſſe erlaubt ſind, hat ſie Verwandtſchaft mit jener Zwanziger, welche, den zehrenden Groll über ihre unterdrückte Lebensſtellung im Herzen, die Nemeſis und Parze gegen die Glücklichern und namentlich gegen Diejenigen ſpielte, von denen ſie annahm, daß ſie der Beſſerung ihres Schickſals im Wege ſtänden, während ihre Polypragmoſyne, die ſich durch keine Rückſichten und Bedenken des Gewiſſens aufhalten ließ— Beide thaten es ſpielend ab— eher an die Bre⸗ merin Geſche erinnert. Beide darin gleich, daß ſie als die liebreichſten Pflegerinnen der von ihnen gemarterten Opfer erſchienen, daß die dunkle Sage ihnen voranging, wo ſie einträten, folge der Tod, ſteht Helenens freches Auftreten vor Gericht doch ganz allein da. Kein höherer, pſychi⸗
ſcher, kein dämoniſcher Lichtſtrahl durchzuckt ſie; es iſt
die perſonificirte Gemeinheit, die, von keinem moraliſchen Impuls berührt, nur dem Geſetze folgt: quod fecisti, nega, ohne dies mit einer nur mittelmäßigen Klugheit ins Werk ſetzen zu können.
Im Hauſe des Profeſſor Bidard zu Rennes in der Bretagne ſtarb am 7. November 1850 das Stuben⸗ oder Kammermädchen Roſe Teſſier unter den fürchter⸗ lichſten Qualen und Erbrechungen, ohne daß man die Urſache ihrer Krankheit ergründen können. Ihre Nach⸗


