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Der nürnberger Kassendiebstahl. 409
Strafſentenz wider den Schloſſer Göſſer, ſeine Ehefrau und ſeinen Geſellen Blöſel umfaßte und lautete:
In der Kaſſenentwendungsſache wurde unter vor⸗ ausgeſchickter Dankeserſtattung an die Herren Schöffen für gehabte Bemühung ertheilt:
1) Den Inquiſiten Chriſtian Gottlieb Göſſer wegen begangenen nächtlichen, gewaltſamen, großen Diebſtahls eine halbe Stunde auf dem Pranger zu ſtellen, hierauf in das Zuchthaus auf das empfindlichſte mit Ruthen zu ſtreichen und daſelbſt ad tempus indeterminatum wohl⸗ verwahrlich aufzubehalten.
2) Deſſen diebiſchen Mitgehülfen Magnus Melchior Blöſel zugleich mit dem Göſſer in das Zuchthaus zu bringen, daſelbſt mit dem gewöhnlichen Willkomm und zwar außer demſelben in conspectu omnium zu belegen und ſodann in ſolchem zu detiniren.
3) Des Göſſer's Eheweib, Namens Cunigunda Göſ⸗ ſerin, nach geleiſteter Urphed, auch bezahlter Inquiſi⸗ tions- und Atzungskoſten(ſoviel ſelbige ſie betreffen), ihres Arreſts zu entlaſſen.
4) Die drei ab instantia bereits Abſolvirten, nament⸗ lich Mannert, Schönleben und Beutner nun plenarie loszuſprechen und ſolche für vollkommen unſchuldig zu erklären.
5) Was die andern dabei vorkommenden Punkte in Abſicht der Entſchädigung des Kaufmann Sterbenk und Befriedigung der Creditoren betrifft, ſo iſt mit Umgehen der von löblichen Schöffenamts wegen zu verfügen an Hand gegebenen Verkaufs der Göſſer ſchen Effecten(als welche nur von beſagten Amtswegen zu taxiren und bis zur Ausfrage obſignirt zu laſſen ſind) im übrigen den
ausgeſtellten Gutachten nachzugehen, vor allem aber ein Vergleich inter partes zu tentiren und erſt, wann ſol—
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