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Der nürnberger Kassendiebstahl. 401 ſich in der Hauptſache, mit Ausnahme eines Einzigen, dahin vereinigten: daß der Barbier zwar nicht doloſen, doch culpoſen Meineids ſich ſchuldig gemacht habe. Jeder vertheidigte ſeine Anſicht mit Gründen, die auch von dem Unterſuchungsgericht anerkannt und unterſtützt wurden. In Folge derſelben wurde die Verſetzung Kirch⸗ meier's von dem proviſoriſchen Arreſte in das Criminal— gefängniß verfügt, und nachdem der Schloſſer Göſſer und ſein Geſelle wiederholt verſichert, daß nur ſie allein den Diebſtahl verübt hatten, auch an die endliche Be⸗ freiung Mannert's, Schönleben's und Beutner's gedacht. Nachdem ſie die Urphede beſchworen, entließ man ſie am 5. November aus dem Gefängniſſe.
Wir laſſen unſern Referenten wieder ſelbſt reden: „Mit welchen Gefühlen die Unglücksgenoſſen nach monate⸗ langer Haft in dunkeln Kerkern die ſo lange entbehrte Freiheit in gierigen Zügen eingeathmet, mit welcher bit⸗ tern Regung des Herzens ſie die Menſchen wieder be⸗ grüßt haben werden, deren„Kreuzige! Kreuzigel ſelbſt in die Einſamkeit des Gefängniſſes hinabgeſchalit war und die jetzt ſo kleinlaut und gepreßt ihnen ein„Will⸗ komm! zuriefen, mag man ſich leichter denken, als es der Feder niederzuſchreiben möglich iſt. Mit welchen Gefühlen endlich der arme Mannert die vielleicht jetzt nicht mehr ganz ungeahnte Nachricht aufgenommen hat: dein Weib ſtarb inzwiſchen und wurde begraben als Diebin, als Verbrecherin! Deine Haft hat dir dein Liebſtes auf der Welt geraubt, du und deine Kinder ſtehen nun einſam und verlaſſen unter den Menſchen, die dir gezeigt, weſſen ſie fähig ſind!— vermögen uns die kalten, trockenen Worte der Acten:„Mannert legte hierüber freilich die äußerſte Beſtürzung und Bekümmer⸗ niß an den Tag“, dieſe Gefühle nur einigermaßen ihrem


