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Der nürnberger Kassendiebstahl. 395
nigſtens durch den von Göſſer aufgeſtellten Beruhigungs⸗ ſatz„es kommt ja nicht raus“ bald beſchwichtigt worden. Auch die Beihülfe zur Zerſchlagung und Verſchlep⸗ pung der Kaſſe geſtand er zu und bemerkte dabei, daß nur auf ſeine wiederholten Mahnungen der Meiſter ſei⸗ ner Frau von dem Diebſtahl Kenntniß gegeben habe. Bei der Theilung des Goldes, welche an dem Tage ſtattgefunden, an welchem die Göſſer nach dem Wochen⸗ bette ihren erſten Kirchgang gethan, ſei auf ihn eine Summe von 600— 700 Gulden gekommen. Der Mei⸗ ſter habe ihn aber nach wie vor bei jeder Gelegenheit übervortheilt. Was er beſitze, ſei von dieſem Gelde erkauft, namentlich jene ſilberne Uhr, welche auf der Herberge den ihm vom„Berliner“ gemachten Vorwurf veranlaßte. Auch er habe zu verſchiedenen malen ſeinen Meiſter auf jene Unglücklichen, welche um ſeiner Schuld willen ſo lange im Kerker ſchmachteten, aufmerkſam ge⸗ macht, dieſer aber immer erwidert: man müſſe ſie ja doch wieder frei laſſen und man bliebe dadurch verbor⸗ gen. Den Vorfall in der Herberge räumte er mit der⸗
ſelben Freimüthigkeit ein, als er ſimmtliche durch den
Geſellen Wagner zur Anzeige gekommene Thatſachen beſtätigte.
So lag es nun offen zu Tage, was durch lange Monate dem Rath und Gericht, ganz Nürnberg Kopf⸗ brechen, ſchwere Tage, bange Nächte gemacht, und die Unglücklichen ſeufzten noch immer, unbewußt der gün⸗ ſtigen Wendung ihres Geſchicks, theils in dem„Loche“, theils in dem„Eiſenverhafte!“
Bevor man Dem, Der am meiſten gelitten, am mei⸗ ſten geduldet, dem Vergolder Mannert, ſeine Haft erleichterte, wurde nochmals Hausſuchung bei Göſſer vorgenommen. Man fand hierbei die Ausſagen des


