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Der nürnberger Kassendiebstahl. 389 war verſchloſſen, in einem doppelt verſchloſſenen Raume, aber er war ein Schloſſer. Dietrich, Sperrhaken, Nach⸗ ſchlüſſel lachten ihn an und winkten ihm, er mochte ſich drehen und wenden, wie er wollte.
In der Nacht vom 29. auf den 30. Juni um 2 Uhr gegen Morgen begab er ſich an das Sterbenk'ſche Haus, hob das Geſperre des Schloſſes der, wie ihm deuchte, unverriegelt geweſenen Hausthüre mit einem aus ſei⸗ ner Werkſtätte mitgebrachten meiſelartigen Eiſenſtück in die Höhe(die angedeutete Vermuthung des Penſionärs im Sterbenk'ſchen Hauſe bezüglich des oberhalb der Thüre eingebohrt gefundenen Loches beſtätigte ſich alſo nicht), öffnete jene hierdurch, drückte ſodann die Fenſter⸗ ſcheibe des Comptoirs ein, ſchob den Riegel des Schloſſes der Thüre zurück und befand ſich in der Schreibſtube. Vor ihm die Kaſſe, ringsum tiefe Stille und dichte Finſterniß; er verſuchte die Truhe aufzuſprengen. Es gelang ihm nicht; auch ſie fortzutragen vermochte er ohne Beiſtand nicht. Da durchzuckt ihn der Gedanke an den Geſellen. Im Augenblick iſt ſein Entſchluß ge⸗ faßt. Schnell huſcht er wieder hinaus, aus der Schreib⸗ ſtube, aus dem Hauſe, lehnt deſſen Thüre vorſichtig zu und eilt heim, um daſelbſt Den, den er zum Gehülfen ſich auserkoren, aus dem Schlafe zu reißen.
Eine ſolche raſche Verführung gehört zu den Selten⸗ heiten, aber nicht zum Unmöglichen. Er malt ihm in lockenden Zügen keck und ſchnell das Glück, den Reich⸗ thum und Genuß, der ſeiner wartet, wenn er ſich zu einem kühnen Wageſtück entſchließt. Vielleicht kannte er ſchon den leichten Sinn des Geſellen; jedenfalls war er der Meiſter, der Herr, jener ſein Untergebener. Der noch Schlaftrunkene hörte Sirenenſtimmen aus dem Munde Deſſen, auf den er ſonſt zu horchen verpflichtet


