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Der nürnberger Kassendiebstahl. 387
Das Ungewitter zog nun über das Haupt des Schloſſer Göſſer und ſeines Geſellen. Wie bei den drei bisjetzt Angeſchuldigten drängten ſich in unglaublicher Schnelle und Zahl Indicien auf Indicien gegen die neu Verdächtigten, und darunter war keines der gering— ſten, daß der als ſehr arm bis da bekannte Meiſter Göſſer ſich gerade jetzt einen Paß ausgebeten hatte „nach Dresden, um— ſeine Altern zu beſuchen.“
Keine 24 Stunden lagen zwiſchen der von dem Ge⸗ ſellen Wagner erſtatteten Anzeige und der Verhaftung des Schloſſermeiſters Göſſer, ſeines Weibes und des Geſellen Blöſel. Doch war zuvor eine Hausſuchung in der Wohnung der Erſtern vorgenommen worden und hatte Thatſachen geliefert, welche abzuleugnen nicht mehr möglich war. Die zur Haft Gebrachten ſchienen dieſes auch ſogleich einzuſehen. Man erhielt bei den neuen Verhafteten, was man bei den bisher Verfolgten durch alle Anſtrengungen nicht zu erpreſſen vermocht, alsbald ein Geſtändniß, ein volles, reumüthiges, unumwundenes Geſtändniß des Thäters und ſeines Gehülfen!
Chriſtian Gottlieb Göſſer, 33 Jahre alt, zu Dres⸗
den geboren, woſelbſt ſein Vater als Schuhmacher und
Schutzbürger anſäſſig geweſen, jedoch zur Zeit, als der Sohn in Unterſuchung gerieth, bereits verſtorben war, hatte ſich 1789 als Bürger und Schloſſermeiſter zu Nürnberg niedergelaſſen, die Tochter der Getreidemeſſer Raab'ſchen Eheleute geheirathet, mit derſelben zwei Kin⸗ der erzeugt und bisjetzt von dem Betriebe ſeines Ge⸗ werbs ſich und ſeine Familie erhalten.
Dieſer Betrieb war aber nicht ſo lebhaft, um ſich und die Seinigen redlich zu ernähren. Dazu kam, daß es Göſſer, als nicht aus Nürnberg gebürtig, erſt nach vielen und ihm höchſt ſchmerzhaft gefallenen Geldopfern
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