Jahrgang 
22 (1854)
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Der nürnberger Kassendiebstahl.

bis zum Fuß neu gekleidet hätten und in weit günſti⸗ gern Verhältniſſen zu ſtehen ſchienen als früher. Fer⸗ ner deponirte Wagner:daß am Montage nach jenem Sonntage der Meiſter Göſſer auf die Herberge gekom⸗ men ſei, um ſich und ſeinen Geſellen wegen der über ſie umgehenden Gerüchte dadurch rechtfertigen zu wollen, daß er angab, Geld von ſeinen Altern aus Sachſen er⸗ halten zu haben und mit dieſem den früher an ihm nicht bemerkten Aufwand beſtreite.

Auch führte Wagner noch an:daß ein dermalen zu Ansbach arbeitender Geſelle vor ungefähr acht Wochen, als derſelbe noch dahier in Arbeit geſtanden, gegen ihn die Uußerung gemacht: der Blöſel thut ſich jetzt recht hervor; er hat einen neuen Rock beim Schneider, hat mich herrlich tractirt, mir bei S. Peter zwei Bouteillen Wein vorgeſetzt, iſt noch in der Stadt Ulm(einem Gaſthauſe) mit mir geweſen und hat mich nirgends zahlen laſſen.

Seit jenem Vorfalle auf der Herberge habe man auch bei dem Blöſel die Uhr, die er ſonſt bei jeder Ge⸗ legenheit trug, nicht mehr wahrgenommen und wolle Deponent nur noch erwähnen, daß Blöſel vormals in ſehr dürftigen Umſtänden ſich befunden habe und ſtets nur in einem Schalk(Jacke) auf die Herberge gekom⸗ men ſei. Jetzt trete er anders auf. Er, Wagner, meine übrigens, gleich den ſämmtlichen Geſellen des Hand⸗ werks, daß, wenn Blöſel rein wäre, er ſich die Vor⸗ würfe des Berliners nicht hätte ſo gutwillig ſollen ge⸗ fallen laſſen.

Der Schöffe von Harsdorff zauderte wol anfänglich, aber er that ſeine Pflicht, und ſo das Gericht, wie ſauer es demſelben auch ward. Durch die gepflogenen Re⸗ cherchen wurden die wichtigſten Reſultate gewonnen; die

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