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Friseur Dombrowsky. 8
Wärterin Lillepop im Beiſein des Dombrowsky auf⸗ gefodert hat, der Kranken Kaffee mit viel Milch zu ver⸗ abreichen, hat Dombrowsky geäußert:„Um Gotteswillen keine Milch, Milch ſchleimt, der Doctor hat geſagt Ha⸗ fergrütz.“ Nun iſt aber Milch, wie allbekannt, ein Mit⸗ tel gegen Arſenikvergiftung, und erſcheint daher obige Außerung verdächtig.
10) Hat die Vorunterſuchung durchaus keine Mo⸗ mente ergeben, die etwa zu der Annahme führen könnten, daß die Dombrowoky ſich ſelbſt vergiftet habe. Vielmehr bekunden die Zeugen Angelſtein, Mühlhahn, Lillepop, Linz und Wolters, daß die Verſtorbene lebensluſtig und gerade kurz vor ihrer Erkrankung ſehr heiter geweſen iſt. Auch ſteht dem der Umſtand entgegen, daß nach dem Gutachten der Sachverſtändigen das Gift zu ver⸗ ſchiedenen malen beigebracht iſt, was bei einer Selbſt⸗ vergiftung nicht geſchehen ſein würde.
11) Ingleichen hat ſich nicht die geringſte Verdachts⸗ ſpur herausgeſtellt, daß etwa durch eine andere dritte Perſon, als durch den Angeklagten, die Vergiftung aus⸗ geführt wäre. In der Zeit, bevor die Dombrowsky er⸗
krankt, iſt Niemand als ihr Ehemann in ihrer Umgebung
geweſen, erſt nach ihrer Erkrankung ſind als Wärte⸗ rinnen die unverehelichte Juſt und die unverchelichte Lillepop zugezogen. Es kann alſo Niemand anders als der Angeklagte, da, wie nachgewieſen, eine Selbſtvergif⸗ tung nicht anzunehmen ſteht, der Kranken Arſenik bei⸗ gebracht haben. Endlich
12) Läßt darauf, daß die Vergiftung mit Vorbedacht und überlegung verübt iſt, auch noch beſonders der Um⸗ ſtand ſchließen, daß das Arſenmetall in fein gepulver⸗ ter Form im Leichname vorgefunden iſt; der im Handel verkäufliche Fliegenſtein wird aber ſtets nur in derben
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