6 Friseur Pombrowsky.
auffallend raſches Schwinden der Kräfte ein und am 16. April dieſes Jahres Abends gegen 10 Uhr verſchied die Kranke in dem von ihr und ihrem Ehemann be⸗ wohnten Hauſe.
Nachdem unter dem 18. April von dem Voter der Verſtorbenen bei hieſiger herzoglichen Staatsanwaltſchaft zur Anzeige gebracht war, daß das Gerede gehe, ſeine Tochter ſei keines natürlichen Todes verſtorben, und der⸗ ſelbe dieſerhalb auf Einleitung einer Unterſuchung ange⸗ tragen hatte, ward am 19. April eine Legalſection des Leichnams der verehelicht geweſenen Dombrowsky vor⸗ genommen und hierauf der von dem Leichnam getrennte Magen nebſt dem Dünn⸗ und Dickdarm und der Bauch⸗ ſpeicheldrüſe von den Sachverſtändigen Dr. Schütte und Apotheker Ohme hierſelbſt einer chemiſchen Unter⸗ ſuchung unterworfen. Selbige hat zu dem Reſultat ge⸗ führt, daß ſowol in dem Magen, wie in den Eingewei⸗ den eine bedeutende Quantität feingepulverten metalliſchen Arſeniks, bekannt unter dem Namen Fliegenſtein(Co— baltum minerale), gefunden iſt und haben hiernächſt die Sachverſtändigen ihr motivirtes Gutachten über die To⸗ desurſache dahin abgegeben, daß die Dombrowösky ihr Leben durch Vergiftung mittelſt metalliſchen Arſeniks verloren habe.
Auf dieſe Weiſe die Tödtung ſeiner Ehefrau und zwar mit Vorbedacht und Uberlegung oder doch in Folge eines mit Vorbedacht gefaßten Entſchluſſes abſichtlich ausgeführt zu haben, iſt der Angeſchuldigte Dombrowsky ſeines Leugnens ungeachtet aus folgenden Gründen drin⸗ gend verdächtig:
1) Hat derſelbe mit der Verſtorbenen in einem ſehr ſchlechten ehelichen Verhältniſſe gelebt, hat namentlich bei vielen Gelegenheiten zu erkennen gegeben, daß er nicht


