Friseur Dombrowsky. 3
aber ſie ſelbſt kam nicht mehr auf den Schützenball. Sie ward ſchon am nächſten Morgen, Montag, nach dem Frühſtück von übelkeit, Schwindel und heftigen Schmerzen befallen. Sie vsiß ſeitdem nicht wieder geſund.
Dombrowsky war trotzdem auf den Schützenball ge⸗ gangen, er war von der heiterſten Laune und hatte viel getanzt. Später entſann man ſich, daß er zu einem der Anweſenden geſagt: er müſſe ſich für die Trauerzeit, die bald eintreten werde, im voraus ſchadlos halten. Ein Anderer wollte gehört haben:„Es wäre mir doch un— angenehm, wenn ich nach Haus käme und die Frau ſchon todt fände.“ Zu Mehren ſollte er geäußert haben: ſie müſſe ſterben(wie die erſte), denn ſie habe die Cholera im höchſten Grade.
Schon während der gräßlichen Leiden der Frau am Mittwoch und Donnerſtag hörten die ab- und zugehen⸗ den Bekannten manche AUußerung aus ſeinem Munde, welche ſie befremdete und„ahnungsvolles Grauen“ er⸗ regte. Am Freitag Abend hatte Dombrowsky der Kran⸗ ken eine Schale mit ſelbſt bereiteter Sago gebracht, wovon
ſie ein heftiges Brennen im Magen fühlte und von nun
ab nur Waſſer trinken wollte. Er redete ihr zu ganz auszutrinken, es werde ihr gut thun. Als das Glas mit dem Reſt Sago, das er, um es warm zu halten, in die Ofenröhre gethan, geſprungen, hatte er das Ver⸗ ſchüttete ſorgfältig aufgewiſcht.
Als die Frau am Sonnabend unter entſetzlichen Angſt⸗ ſchauern verſtarb, war Dombrowsky ſehr ruhig geweſen und hatte im Sterbezimmer eine Cigarre geraucht. Eine Viertelſtunde darauf hatte er die Leiche ſchon, mit Hülfe einer Wärterin, auf Stroh gelegt, und dann mit einem Beſuchenden ſich bei einer Flaſche Bier an den Tiſch 1*


