Jahrgang 
22 (1854)
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Friseur Dombrowsky.

bildet. Man meinte, er habe ſich ihrer geſchämt

er war ein eitler Mann er hatte ſie lieblos behan⸗ 6 delt, und ſie war heftiger Natur geweſen. Es war daher keine glückliche Ehe, obwol man der Frau ſonſt keine 6

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Pflichtvernachläſſigung vorwerfen können. Im Gegen⸗ theil hatte ſie ihre häuslichen Tugenden, war ſorgfältig und liebevoll gegen ihre Stiefkinder, voll Lebensluſt, leicht verſöhnlichen Temperaments, und der ſpäter vor⸗ gebrachte Einwurf, daß ſie ſich wol ſelbſt könne vergif⸗ tet haben, ſtimmte ebenſo wenig zu ihrem Sinn und 1 Weſen, als der Vorwurf, daß ſie Neigung zum Trunk gehabt, ſich aus dem Ermittelten begründen ließ. Es kam aber noch ein poſitiver Grund hinzu, wel

cher dem Verdachte unter den Nächſtſtehenden die meiſte Nahrung gab. Nachdem, wie man ſich ausdrückte, die Eheleute ihr friedloſes Leben vom December 1850(wo er ſeine zweite Frau, die Tochter eines Beamten gehei⸗ rathet) bis zum April 1853 nur nebeneinander hin⸗ geſchleppt, Dombrowsky ſeine Frau durch die ſcham⸗ loſeſten Scherze, durch Vernachläſſigungen aller Art, durch Untreue und Geiz, durch übertriebene Anfoderun⸗ gen für die Pflege ſeiner Kinder gequält hatte, ſchien er in den letzten Tagen ſein Betragen gegen ſie völlig ge⸗ ändert zu haben. Er war liebevoll und weich gegen ſie geworden, hatte ihre außerordentliche Geduld und Treue bei der Krankenpflege des jüngſten Kindes dankbar an⸗ erkannt, und am letzten Sonntag(10. April) hatte die Frau ihren Nachbarn mit Entzücken erzählt: Dombrowsky habe ihr ein Theaterbillet geſchenkt und wolle ſie am nächſten Tage mit auf den Schützenball nehmen.Wenn Dombrowsky immer ſo bleibt, hatte ſie froh ausgerufen, ſo kann ich mir keinen beſſern Mann wünſchen.

Er zwar änderte ſein Benehmen gegen ſie nicht mehr,