Jahrgang 
22 (1854)
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VIII Vorwort.

Der nuͤrnberger Kaſſendiebſtahl, einer der verwickeltſten Criminalfaͤlle, mit ſpannenden und uͤberraſchenden Kataſtrophen, der ſeiner Zeit in der betreffenden Juriſtenwelt und im deutſchen Publicum ein großes und ſchmerzliches Intereſſe erregte, weil ein Juſtizmord androhte, wie nur der im Proceß Anglade, graͤßlichen Angedenkens, ruͤhrt von dem⸗ ſelben Verfaſſer her, von welchem im vorigen Theile der räthſelhafte Tod der Kaufmannsfrau Behold erzaͤhlt iſt.

Nach den Schrecken der Vergiftungsproceſſe wen⸗ den wir uns zu mehr erheiternden Seiten der Cri⸗ minaliſtik. Auch in dieſer Beziehung bot die Gegen⸗ wart reichen Stoff in den Proceſſen gegen die großen Betruͤger und Wunderthaͤter, in ihrer Art nicht we⸗ niger merkwuͤrdig und die Zeit charakteriſirend, als die Giftmiſchergeſchichten. Den Wunderthaͤter Froſch, deſſen Ruf aus Suͤddeutſchland uͤber Deutſchlands Grenzen hinausdrang, geben wir nach der Bearbei⸗ tung eines Juriſten aus Wuͤrtemberg. Bei den Pro⸗ ceſſen von daher geht Lebendiges und damit Cha⸗ rakteriſtiſches und Belehrendes verloren, weil nur das Schlußverfahren vor die OSffentlichkeit kommt und wir die Proceßgeſchichte nur nach der Färbung empfangen, welche der Staatsanwalt ihr in ſeinem