Jahrgang 
22 (1854)
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Vorwort.

Vortrage gegeben hat. Einen pſychologiſchen Blick, wie es im Innern eines Mannes ausgeſehen, der ſo Außerordentliches geſchafft und ſo vielen. Glau⸗ ben gefunden hat, zu werfen, iſt uns dabei nicht geſtattet. Das Wundermaͤdchen aus der Schif⸗ ferſtraße lebt noch mit vielen Einzelzugen in Aller Gedaͤchtniß. Sonſt folgten wir der kleinen, gleich nach der Verurtheilung erſchienenen Schrift:Das Wunderkind in der Schiffergaſſe. Dank der voll⸗ ſtaͤndigen Offentlichkeit, welche dem Verfahren ge⸗ worden, daß wir, wenn auch nicht ganz, doch weit tiefer in den innern Mechanismus dieſer ſchlauen Betruͤgerin blicken konnten als bei dem Schaͤfer aus Schwaben, an deſſen Wundergabe den Gläu⸗ bigen noch immer zu glauben erlaubt iſt, denn An⸗ klageantrag und Erkenntniß haben ihn zwar in ſeiner Eigenſchaft als Millionaͤr und Kaͤufer von Herr⸗ ſchaften, nicht aber als Wunderdoctor entlarvt. Als Adhibendum folgt das Miniaturbild Wilhel⸗ mine Krautz, eines der luſtigſten Cabinetsſtuͤck⸗ chen unter den dunkeln Gemaͤlden der Criminaliſtik. Man kann es nicht glauben, daß Jemand Das ge⸗ glaubt hat, im arabiſchen Märchen konnte man nicht ungeheuerlicher luͤgen, und doch iſt der Glaube des Gläubigen die einzige Wahrheit in dem Bilde.