Zeitschriftenband 
20 (1853)
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474 Franz Schall.

Dich lange gekannt hat und an Ihn einen Mann er⸗ kannte, das er Religion hatte, und in dieſer hinſicht fragte ich wie es mit Dir geweſen währe, und Er mir ſagte, daß Er einmal davon angefangen und Du geſagt haſt: ob Er den auch noch ſo dum wäre und den Pfaf⸗ fen wie Du Dich ausgedrückt haſt alles glaubte, was Sie ſagten.

O lieber Franz! hätteſt Du daſſelbe gethan, und währeſt in die Kirche gegangen und hätteſt den Pfaffen das geglaubt mit gläubigen Herzen wie gut wäre es heut, du wäreſt unmöglich ſo tief geſunken. So bitte, ja ich beſchwöre dich bei dem Allmächtigen Gott ſei auf⸗ richtig und gieb wenn du Schuldig biſt in welcher Hin⸗ ſicht es ſein mag ein reumüthiges offenes Geſtändniß, den Du kannſt mich Belügen, kanſt uns alle Belügen, weil wir nicht Allwiſſent ſein, aber den Allwiſſenden Gott kannſt Du nicht Belügen.

Und mir iſt ſehr bange, das du noch Geiſtig zu Grunde gehſt und Ewig verlohren biſt, den wenn Du es vergeſſen haſt, ſo will ich Dir es ſagen, Du haſt es gewiß in der Schule gehört und im Katejismus geleſen, das Gott das Böſe beſtraft und das Gute belohnt, wo nicht bald, doch mit der Zeit, wo nicht in dieſem Leben, doch im künftigen. Den bei Gott iſt es ganz gleich, ich entwende einem einen Pfennig oder eine Milion, das hat bei Gott keinen Werth, aber die ungerechtigkeit iſt ſehr viel bei Ihm, und weil Gott ein gerechter iſt, ſo wird die Ungerechtigkeit ſehr ſchwer beſtraft, ja ſogar mit der ewigen Verdammniß; ſo will ich lieber verlihren als das durch mich jemand zu Schaden kommt. Den die ganze Menſchheit iſt nicht im Stande alle dieſe Wahrheiten die uns die Religion lehrt, hinweg zu leug⸗ nen oder ganz hinweg zu radiren, den ich glaube dem

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