Zeitschriftenband 
20 (1853)
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Franz Schall.

oben, daß, wenn es das Letzte gilt, man ſich auch an einen Strohhalm hält; man möge ihm das nicht ver⸗ argen. Uebrigens hätte er auch wol früher bekannt, wenn er nicht Weib und Kind gehabt.

Dies bleibt einigermaßen zweifelhaft; die Rückſich⸗ ten gegen ſeine Familie hatten ihn wenigſtens nicht zur Aenderung ſeines Lebenslaufes bewogen, worüber ein zu den Acten genommener charakteriſtiſcher Brief ſeines Brudes, des Gaſtwirths Schall in Schweidnitz, Aus⸗ kunft gibt. Es braucht nicht angeführt zu werden, daß dies ein durchaus ehrenwerther Mann iſt. Sein Schrei⸗ ben verdient bekannt zu werden:

Lieber Franz!

Im letzten Augenblick Deines Lebens fühle ich mich gedrungen noch ein par Worte an Dich zu ſchreiben, mö⸗ gen ſie zu Deinem Troſt gereichen, und Dich zur Be⸗ ſinnung bringen, ich ſchreibe zwar ganz verwirrt, den wenn ich daran denke geht mir es durch das Herz, und kann nicht ruhig denken, darum wird manches unver⸗ ſtändlich ſein, ich wünſche aber, das das was ich ſchreibe Dir ganz verſtändlich iſt. Wenn ich auch Dir Vorwürfe mache, ſo denke du haſt ſie verdient. Lieber Bruder! Schrecklich das ich dich muß Bruder nennen, ich zittere durch und durch wenn ich daran denke, was aus Dir geworden iſt. Sind das die Bitten, die Ermahnungen, die ich an Dich geſtellt habe als Du von Glatz vom Militair kamſt und wir miteinander nach Bertholdsdorf gingen, dazumal ſagte ich zu Dir, Franz ſei Rechtſchaffen und gehorſam, den wir ſind Arm aber Armut ſchändet nie, darum müßen wir unſere Ehre ſuchen zu bewahren, dan wird es uns auch an guten Menſchen nie fehlen; überlege dir wie mir es gegangen iſt, es hat mich ſo