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Worte
Franz Schall. 471
alle, auch die kleinſten Umſtände vor den Sinn. Er war aber dann ſo ſicher, daß es nicht herauskommen könne, daß er die gewöhnlichſten Vorſichtsmaßregeln unterließ; ſo verſetzte er Ebermann's Uhr auf ſeinen eigenen Namen, verpfändete und verkaufte in derſelben Weiſe deſſen Büchſe und ließ die von demſelben zurück⸗ gelaſſenen Sachen in ſeiner Wohnung nicht verſchwinden. „Nur der im Himmel konnte das wiſſen“, rief er einmal aus,„und es ſo fügen. Ich war ſicher, daß es nicht herauskommen konnte. Es war rein unmöglich.“
Welche Stimmung der Beichtvater zuletzt bei ihm gefunden, iſt uns nicht geſagt; ſeine Richter mußten zwar ſeine Aufrichtigkeit anerkennen, fanden aber nichts von Zerknirſchung und Reue. Die Ueberzeugung, daß er ſich des Ebermann entledigen müſſen, begleitete ihn, wie wir ſehen werden, bis auf das Schaffot; außerdem glaubte er auch, daß es kein ſo beſonderes Verbrechen ſei, die Welt von einem Menſchen zu befreien, der in ſeinen Augen ein weit größerer und gefährlicherer Ver⸗ brecher geweſen als er ſelbſt.
In ſeiner Stellung gegen die Richter und ſeiner Vertheidigung hatte er ſich wie ein kaltblütiger, geſchick⸗ ter Advocat benommen, der mit voller Umſicht eine fremde Sache führt und dabei jeden Umſtand benutzt, der ſich zu ſeinem Vortheil darbietet. Nichts von In⸗ grimm, Leidenſchaft und Wuth. Alles das war durch Ebermann's Blut gekühlt. Er erkannte, daß die Rich⸗ ber ein gerechtes Urtheil geſprochen, er war auch lebens⸗ ſatt geworden; aber es bürgte nichts, daß, wenn er frei geworden, er nicht wieder in ſeine frühere Verbrecher⸗ chätigkeit zurückgeſunken wäre.
Auf die Frage: warum er denn ſo lange gelogen, wenn er nach dem Tode ſich ſehnte? antwortete er wie


