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Franz Schall. 469
differenz wegen des mirower Einbruchs die Gemüther erhitzt. Schall führte, wie in der Regel, ſeine eigene Jagdflinte zuſammengelegt in der Taſche. Er griff aber, als Ebermann jene Drohung ausgeſtoßen, nach der Dop⸗ pelbüchſe deſſelben und erlegte ihn durch einen wohlge⸗ zielten Doppelſchuß. Ebermann ſprang, zu Tode ge⸗ troffen, noch einmal auf. Da ſtürzte ſich Schall, ſeiner ſelbſt kaum mehr bewußt, auf ihn und ſchnitt ihm— mit dem eigenen Meſſer den Kopf ab. Dieſen und das Meſſer ſchleuderte er in das Schilf. Doch proteſtirte er noch in dieſem Augenblicke dagegen, daß er es gethan, um die Sache zu verdunkeln; es ſei eben nur geſchehen aus übermenſchlicher Wuth; ein paar Schnäpſe, die er in Charlottenburg getrunken, möchten denn auch wol das ihre dazu beigetragen haben. Alles Uebrige wie in dem vorigen Bekenntniß. Einiger Sachen des Ebermann hatte er ſich bemächtigt, den Siegelring aber weder ge⸗ nommen noch bemerkt.
Mit dieſem Geſtändniß iſt er in die Ewigkeit ge⸗ gangen; es iſt kein Grund, an der Wahrheit zu zwei⸗ feln, obwol ſie hier und da etwas ausgeſchmückt ſein mag. Das tiefer liegende Motiv war Eiferſucht und Furcht, das Schall ſpäter mit dem Worte„Neid“ be⸗ zeichnete. Er fühlte vielleicht ſchon länger den Drang, ſich dieſes furchtbaren Mitwiſſers, dieſes tyranniſirenden Mitſchuldigen zu entledigen; der Zwiſt über den Ein⸗ bruch in Mirow gab den Ausſchlag und animirte zur That. Mit den Leidenſchaften, dem Haß und der Furcht, ſprach die Berechnung: Dieſer Tolldreiſte, der nichts mehr zu verlieren hat, will uns das Gut, auf das wir ſo lange ſpeculirt, durch einen verwegenen Coup rauben und geht, wenn es gelingt, damit nach Amerika. Wir haben das Nachſehen.— Wahrſcheinlich ward ſchon am


