Franz Schall.
gekommen, zog er den Körper ins Schilf. Bei der Operation, oder ſchon vorher im Kampfe, war Eber⸗ mann die Uhr aus der Taſche gefallen. Schall ſah ſie im Graſe blinken, er nahm ſie auf und mit— denn Ebermann war ja ſein Schuldner und konnte ihn nun nicht mehr befriedigen. Die Büchsflinte nahm er des⸗ gleichen, aber weder den Siegelring, den Ebermann nicht am Finger gehabt, noch ſonſt etwas; die Chemi⸗ ſets hatte Ebermann in ſeiner Wohnung zurückgelaſſen. Seine Hände wuſch er in der Spree, aber damit war noch nicht alles Blut getilgt; er mußte nachher in ſei⸗ ner Wohnung noch lange waſchen und reiben, um die Flecke vom Körper, aus Wäſche und Kleidern zu tilgen. In einem charlottenburger Omnibus war er bei Nacht⸗ einbruch mit der Flinte nach Berlin zurückgefahren.
Daß Ebermann, als er ihm den Hals abſchnitt, ſchon durch den Schuß getroffen und getödtet geweſen, davon hatte er an jenem Mordabende nichts gewußt. Er erfuhr es erſt nachher durch die Zeitung.„Was ich gethan, mußte ich thun, um mein Leben zu retten!“ rief er. Auf die Frage: warum er Das nicht früher geſagt, da er mit dieſer Angabe glauben konnte, ſein Leben zu retten,— erwiderte er: weil er erſt durch die Aerzte erfahren, daß er einem todten Menſchen den Kopf abgeſchnitten.
Dies, ſagte Schall, ſei ſo wahr und gewiß der wirk⸗ liche Zuſammenhang, und er habe nun nichts mehr hinzu⸗ zuſetzen zu dieſer wahrhaften Erzählung.
Das Gericht hatte aber, obgleich Vieles in den Details wahr ſein mochte, ſehr bedeutende Zweifel, welche durch das eigene Benehmen des Verurtheilten,
durch die Gerichtsärzte, durch den Geiſtlichen beſtärkt
wurden.
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