William Prynn.
Zu jener Zeit neigte ſich der Hof ſehr zu den Theater⸗ vergnügungen. Die junge Königin war ſo dafür ein⸗ genommen, daß ſie ſelbſt in Paſtoralen und Zwiſchen⸗ ſpielen dann und wann eine Rolle übernahm. Sofort erhoben ſich Delatoren von allen Seiten: die grund⸗ gelehrte Abhandlung ſei nur gegen den Hof und gegen das Beiſpiel gemünzt, welches die Königin gegeben. Und auf einer Seite ſtand voran gedruckt:„Schauſpielerinnen, notoriſche Huren.“
Vielleicht hätte der Hof aber noch die Sache über⸗ ſehen, denn es hatte doch etwas Bedenkliches, allgemeine Angriffe der Art gegen das Schauſpiel als Satiren ge⸗ gen König und Königin zu deuten, nur darum, weil beide häufig das Schauſpiel beſuchten und die Königin zuweilen ſelbſtthätig in den geſchloſſenen Hofkreiſen auf⸗ trat. Aber der Verfaſſer hatte auch, in gar nicht zwei⸗ deutigen Ausdrücken, die hohe Geiſtlichkeit ſelbſt an⸗ gegriffen, ihre Ceremonien und diejenigen, wie man ſie nannte, abergläubiſchen Neuerungen, welche Biſchof Laud von London in die Liturgie eingeführt hatte; der⸗ ſelbe Biſchof, welcher des Rückweges nach Rom ſtark verdächtigt war und in der Sternkammer ſo unheilvol⸗ len Einfluß übte. Dies, behaupten Geſchichtſchreiber, hätte mehr zu ſeiner Verfolgung beigetragen als jene Invectiven gegen den Hof. Denn er hatte von der Muſik in der Kirche geſagt: ſie ſei kein Geräuſch von Menſchen, ſondern das Blöken von blödem Viehz die Chriſten brüllten, als wären ſie Ochſen; die Reſponſorien klängen wie das Geheul einer Meute Hunde; das Tre⸗ muliren der Chorknaben ſei das der Bullen; jeder Chriſt ſollte den Namen Puritaner annehmen, denn Chriſtus ſelbſt ſei ein Puritaner geweſen.— Dies brach ihm den Hals.


