Zeitschriftenband 
20 (1853)
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William Prynn. 5

mit dem Lächerlichen gepaart als in dem gegen Prynn gefällten und executirten Urtheil.

William Prynn, Esquire, von angeſehener Fa⸗ milie, war Barriſter von Lincolns⸗Inn. Ein herber Pu⸗ ritaner, der mit der Feder für rauhe aſcetiſche Sitten⸗ reinheit focht, und ein großer Held unter ſeiner Sekte. Er hatte in Groß⸗Quart ein Werk von tauſend Seiten gegen den Teufel geſchrieben, den der Schauſpielkunſt, ſeinen berühmten Hiſtrio⸗Maſtix. Der Zweck des Buches war, die Schauſpiele, die Komödien, die Zwi⸗ ſchenſpiele und auch die Muſik und den Tanz als Teu⸗ felswerke zu denunciren. Aber ſein Eifer begnügte ſich damit nicht, er eiferte auch gegen das Jagdvergnügen, gegen Volksfeſte, gegen die Weihnachtsfeier, Freuden⸗ feuer und Maibäume. Wie er ſelbſt geſteht, war ſein Eifer gegen dieſe Frivolitäten zuerſt dadurch erweckt worden, daß er bemerkt, wie Schauſpiele beſſer bezahlt würden als die beſten geiſtlichen Re⸗ den, und daß man ſie meiſt auf beſſerm Pa⸗ pier drucke als die Bibel ſelbſt. Außerdem wären die Schauſpieler oft ſchlechtes Geſindel und zuweilen ſo⸗ gar Papiſten. Die Schauſpielhäuſer, verſicherte er, ſeien wahrhafte Kapellen des Satans, und die darin wie zu Hauſe wären, wenig beſſer als eingefleiſchte Teufel. So viel Pas Jemand im Tauze hüpfe, ſo viel Schritte mache er damit zur Hölle. Er hatte herausgefunden, daß Nero's erſtes Verbrechen geweſen, daß er die Schauſpielhäuſer ſo oft beſucht und ſelbſt Komödie geſpielt habe. Ja Diejenigen, welche ſich hochherzigerweiſe zu ſeinem Tode verſchworen, wären hauptſächlich durch die Entrüſtung über dieſen Frevel dazu bewogen worden.

Sein Werk hatte die Druckerlaubniß erhalten vom Kaplan des Erzbiſchofs Abbot.